Als Gouverneur kämpfte er für Recht und Ordnung. Mit einem Mafia-Vergleich hat Frank Keating den Vorsitz in der Untersuchungskommission der US-Diözesen zurückgelegt.
„Null Toleranz“, so lautete die Antwort der Bischofskonferenz in den USA, um den sich ausweitenden Skandal um sexuellen Missbrauch von Jugendlichen durch Priester zu stoppen. Zu den vertrauensbildenden Sofortmaßnahmen zählte eine kirchliche Untersuchungskommission, als deren Vorsitzender Frank Keating, damals Gouverneur von Oklahoma, vorgestellt wurde. Vor allem, wie es vor einem Jahr hieß, genieße der Republikaner hohes Ansehen und verfüge über Durchsetzungskraft. Seinerseits räumte er ein, dass die Kommission zwar keine Autorität über Bischöfe habe. Falls es sich jedoch zeige, dass ein Bischof bewusst die Richtlinien unterlaufe, „werden wir das von den Hausdächern schreien“, drohte der konservative Politiker.Weil nach einem Jahr 61 der 195 Diözesen auf die Anfragen der Kommission nicht reagiert hatten, zog der ehemalige FBI-Agent in der „Los Angeles Times“ einen drastischen Vergleich: er halte das Verhalten mancher Kirchenführer, „wie die Cosa Nostra zu verstecken und zu vertuschen“, für „sehr ungesund“. Am Ende werde „doch alles herauskommen“. Kardinal Mahony, der zu Keatings schärfsten Gegnern zählt, forderte dessen rascheste Entfernung aus dem Amt. Der kam der dreifache Vater zuvor: Am 16. Juni, ein Jahr nach seiner Ernennung, trat er zurück. Sein Vergleich mit der Mafia sei ihm „todernst“ gewesen. Dafür jedenfalls werde er sich nicht entschuldigen.