Die Situation in Israel und in Palästina ist derzeit an einem kritischen Punkt angelangt (Foto). Ob die Bemühungen für den Frieden von Erfolg gekrönt sind, hängt am seidenen Faden. Doch wo die „große Politik“ herrscht, leben auch Menschen. Amal Rifa’i und Odelia Ainbinder sind zwei fast 18-jährige Mädchen aus Jerusalem, doch Welten trennen die beiden: Die eine ist Palästinenserin, die andere Israeli. Für das Buch „Wir wollen beide hier leben“ haben sie sich Briefe zu verschiedenen Themen (von der Initifada bis hin zu den Familiengeschichten der beiden) geschrieben und miteinander gesprochen. Ihre Ansichten gehen mitunter weit auseinander. Ihre Lebenssituationen sind schwer miteinander zu vergleichen. Doch sie begegnen einander – trotz aller Unterschiede – mit Offenheit und Respekt. Und sie wünschen sich Normalität statt einer Situation, die sie sich nicht ausgesucht haben. Aus ihren Briefen und Gesprächen ist ein facettenreiches, spannendes Buch geworden.
Amal Rifa’i/Odelia Ainbinder/Sylke Tempel: Wir wollen beide hier leben. Eine schwierige Freundschaft in Jerusalem. Rowohlt. Euro 15,40.