Jugendliche beraten Jugendliche bei „Call and M@il“ aus Salzburg
Ausgabe: 2003/26, Jugendliche, Salzburg,
24.06.2003
- Paul Stütz
Für junge Leute als gleichaltrige Ansprechpartner da zu sein, ist die Hauptintention der Telefon- und E-Mail-Beratung „Call and M@il“.
Vor etwas mehr als zwei Jahren initiierte die Salzburger Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) den ehrenamtlichen Beratungsdienst „Call and M@il“. Bei der KiJA hatte man zuvor die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche bestimmte Anliegen und Sorgen lieber mit Gleichaltrigen besprechen.Darin liegt für Andrea von „Call and M@il“ auch die Intention des Projektes: „Wir sehen uns nicht als professionelle Berater, sondern als gleichaltrige Ansprechpartner. Die Jugendlichen, die sich bei uns melden, schätzen, dass sie uns unkompliziert und anonym anrufen bzw. ein E-Mail schicken können. Sie akzeptieren auch, wenn wir manchmal nicht sofort eine Antwort auf eine Frage wissen.“
Nach der Ausbildung in wichtigen Problembereichen wie z. B. Sexualität und Drogenmissbrauch war der eigentliche Projektstart von „Call and M@il“ im März 2001. Seitdem übernehmen jeweils zwei der insgesamt 20 Jugendlichen im Alter von 14 bis 26 Jahren den Dienst an jedem Freitag von 15 bis 18 Uhr. In diesem Zeitraum können sich junge Menschen mit ihren Fragen und Problemen an die Telefon- und E-Mail-Beratung wenden. E-Mails, die während der Woche eingetroffen sind, werden dann auch beantwortet.
E-Mail ist beliebter
Schon kurz nach dem Projektstart stellte sich heraus, dass junge Leute den E-Mail- gegenüber dem Telefonkontakt klar bevorzugen. Der Vorteil des elektronischen Briefverkehrs ist, so „Call and M@il“, dass sich die Jugendlichen zeitlich unabhängig melden können. Viele schreiben dabei auch öfters und so entwickelt sich z. T. ein reger Kontakt, der manchmal über ein halbes Jahr andauert. Dabei sind „die häufigsten Probleme, mit denen sich Jugendlichen an uns wenden, Liebeskummer, Probleme im Freundeskreis und in der Schule“, wie die 22-jährige Verena von „Call and M@il“ erklärt.
Die Arbeit, die manchmal auch belastend ist, macht den Mitarbeiter/innen von „Call and M@il“ jedenfalls große Freude. „Ich bin mit Themen in Berührung gekommen, von denen ich sonst keine Ahnung hätte“, meint Valentin von der E-Mail- und Telefonberatung. Einig sind sich die Jugendlichen, dass die Arbeit am schönsten ist, wenn positive Rückmeldungen zurückkommen und sie merken, dass sie jemanden weiterhelfen konnten.