Nicht im Orden, aber im Geist des Ordens leben die „Freunde der Franziskanerinnen“ von Vöcklabruck. Religiöses Leben und persönliche Beziehungen knüpfen ein Band zwischen Schwestern und „Freunden“.
Die Gründung einer Gruppe für Menschen, die im Umfeld der Franziskanerinnen die Spiritualität des heiligen Franz von Assisi leben wollen, lag in der Luft, erzählt Sr. Pauline Atzlesberger. Sie ist Pfarrassistentin in Berg/Krems und gemeinsam mit Sr. Teresa Hametner für die „Freunde“ verantwortlich. Das Provinzkapitel im Jahr 2000 gab dem Anliegen einen Rahmen und zwei Jahre später wurden 16 Männer und Frauen feierlich in den Kreis der „Freunde der Franziskanerinnen“ aufgenommen. Seither wächst die Gruppe, 15 weitere Personen bereiten sich auf den Beitritt im Oktober 2003 vor.
Der überweigende Teil der „Freunde“ sind Freundinnen, die Mitglieder zwischen 35 und 65 Jahre alt und kommen aus allen Berufsgruppen: von der Sekretärin über Lehrerin und Kindergärtnerin bis zu einem Schuldirektor und einer Jugendleiterin. Die Freunde treffen sich dreimal jährlich und bearbeiten dabei franziskanische Themen wie Einfachheit, Sonnengesang oder Schöpfung. Jedes Gruppenmitglied hat sich eine Franziskanerin als Begleitschwester gewählt. Für die geistliche Begleitung sind ebenfalls drei Treffen im Jahr vorgesehen. So gut wie alle „Freunde“ sind in einer Pfarre oder kirchlichen Einrichtung aktiv, ihre geistliche Verwurzelung haben sie aber in der franziskanischen Spiritualität gefunden. Eine „Freundin“ brachte es auf den Nenner: „Wenn ich euch nicht hätte, hätte ich keine geistliche Heimat.“ Die Schwestern freut diese Rückmeldung, weil auch sie überzeugt sind, dass franziskanische Spiritualität nicht nur für Ordenschristen taugt, sondern Brücken zu allen Menschen schlägt. Bewusst haben die Franziskanerinnen nicht am „Dritten Orden“ angeknüft, der ähnliche Ziele wie der Freundeskreis verfolgt. „Wir wollten unser Angebot nicht so straff wie der Dritte Orden gestalten, sondern sehr offen anlegen“, erklärt Sr. Pauline, „vor allem als gegenseitiges Geben und Nehmen.“. Denn vom Freundeskreis profitieren nicht nur die Mitglieder, sondern auch die Franziskanerinnen: „Die Freunde tragen zur Verlebendigung der Ordensspiritualität bei.“