Die Jungschar hat zur Feier der kommenden 50. Sternsingeraktion Jugendliche der Organisation Mysa zum Fußballspielen eingeladen.
Anpfiff! Auf dem Fußballplatz hinter der Traberger Kirche das Spiel der Jungschar gegen die Gäste aus Kenia. Das Wetter ist heiß zum Fest Peter und Paul. Nicht nur die Spieler, auch die Zuschauer kommen ins Schwitzen. Die erste Halbzeit ist für die Gäste wenig erfolgreich: Nachdem die Torfrau verletzungsbedingt ausgefallen ist, kann der Ersatzmann bald einen Schuss der Traberger nicht halten. 1 : 0 für die Heimmannschaft, dann ab in die Pause. Mit Nummer 15 spielt Peter Njuguna bei den Kenianern. Der 15-jährige konnte wie alle Gäste einen Wunsch äußern, was er in Österreich machen möchte. Sein Wunsch war außergewöhnlich: Er wollte ein Jugendgefängnis besuchen. „Ich kenne die Situation in den Jugendgefängnissen in Kenia durch meine Mitarbeit bei Mysa. Ich möchte Vergleiche zwischen meinem Land und Österreich ziehen“, sagt er. Mysa steht für Mathare Youth Sports Association. Auf einzigartige Weise verbindet die Organisation Sport, Umweltschutz und Bildungsarbeit. Sie bietet Jugendlichen aus den Slums in Afrika die Möglichkeit, Fußball zu spielen. Dafür arbeiten sie bei Müllbeseitigungsprojekten, bei Programmen zur Aids-Prävention, bei Hilfsprojekten für jugendliche Gefangene und Ähnlichem mit.
Ziel: Profi werden
Mathara – das M in Mysa – ist ein Stadtteil von Nairobi und gleichzeitig einer der größten Slums in Afrika. Peter Njuguna stammt von dort. Er ist ein Waisenkind und damit auf sich selbst gestellt. Vor sieben Jahren ist er zu Mysa gekommen. Seitdem spielt er Fußball. „Es gibt niemanden, der mir eine Ausbildung finanzieren würde. Da ich sonst nichts tun kann, spiele ich Fußball. Ich möchte so gut werden, um den Sport als Profi auszuüben.“ Mysa hat eine eigene Fußballliga mit über 1.500 Mädchen- und Burschenmannschaften. Viel Möglichkeit zum Üben für Peter. „In der Regel spiele ich als Verteidiger“, sagt er. Mysa ist auch eine Art Verteidigerin: Die Organisation verteidigt die Menschenrechte und -würde von Straßenkindern in den Gefängnissen. „Die Straßenkinder in den Slums werden von der Polizei aufgegriffen, die Gründe sind verschieden und reichen von Diebstahl bis Sniffing“, erzählt Peter. Beim Sniffing inhalieren die Kinder und Jugendlichen Klebstoffdämpfe, um sich so in einen Rauschzustand zu versetzen. „Die Situation für die Straßenkinder in den Gefängnissen ist schlecht. Sie erhalten schlechtes Essen, es mangelt an Hygiene, Krankheiten brechen aus“, berichtet Peter. Mysa versorgt sie mit ausgewogener Nahrung wie Früchten, renoviert die Zellen und baut Toiletteanlagen ein. Vom österreichischen Jugendgefängnis erwartet sich Peter grundlegend andere Verhältnisse. Ob aus dem Besuch etwas wird, steht jedoch in den Sternen: Laut der Gefängnisordnung müssen Besucher mindestens 18 Jahre alt sein. Peters Vorstellungen von Österreich generell haben sich jedoch weitgehend bewahrheitet: „Ich habe ein entwickeltes, gutes Land mit freundlichen Menschen erwartet.“ So hat Peter Österreich auch in seiner ersten Woche erlebt. Besonders beeindruckt hat ihn das viele Grün in der Natur und auf dem Fußballplatz.Auf dem Traberger Platz ist das Spiel 2 : 2 augegangen. Die Gäste konnten in der zweiten Halbzeit einen Rückstand von zwei Punkten wettmachen. Es war ein spannendes Match.
Das letzte Spiel der „Mysa meets Jungschar“-Tour findet am So., 6. Juli in Waizenkirchen statt. Wer die Gäste aus Kenia unterstützen will, kann unter www.4youcard.at virtuell Tore schießen. Die Jugendlichen erhalten Dressen für ihre Spiele daheim.