Seit zwei Jahren bereitet Harald Schmied ein besonders Ereignis vor: die erste StrassenfußballWeltmeisterschaft der Obdachlosen vom 7. bis 13. Juli in Graz.
Kommende Woche werden sich auf mehreren Plätzen in der Grazer Innenstadt 18 Teams aus Afrika, Süd- und Nordamerika, Europa und Russland heiße Fußballschlachten liefern. In nationalen Ausscheidungen haben sie sich für den ersten Homeless-Streetsoccer-Worldcup qualifiziert. Spitzenclubs wie Manchester oder Real haben sie beim Training unterstützt. Elf Fernsehanstalten werden von dem etwas anderen Kulturhauptstadt-Event aus Graz direkt berichten.„Bereits jetzt ist aufgegangen, was das Internationale Netzwerk der Straßenzeitungen mit dieser Veranstaltung wollte“, freut sich Harald Schmied. „Einmal wollten wir mittels Fußball, der viele Menschen interessiert, auf das weltweite Thema Obdachlosigkeit aufmerksam machen. Zum anderen wollten wir einen Rahmen bieten, wo Obdachlose zeigen können, was in ihnen steckt. Und die vielen Rückmeldungen von Teilnehmern zeigen uns, wieviel Begeisterung, Einsatz und Vorfreude diese Chance ausgelöst hat.“ Schmied ist seit fünf Jahren Chefredakteur der Caritas-Straßenzeitung „Megaphon“ in Graz. Sein Anliegen ist es, die Probleme und Nöte von Obdachlosen, Suchtkranken und Flüchtlingen öffentlich zu machen. „Wir berichten aber auch über deren Lebensfreude und Kultur.“ So werden Lokale, die Afrikaner abweisen, ebenso vor den Vorhang gebeten wie kleine originelle ausländische Beisl oder die reiche Musikszene der „Außenseiter“. Straßenzeitungen bieten aber Menschen am Rand auch Einkommen und damit Lebenschancen.