Die Dekanatsjugend Schärding verfilmte Gleichnis zum Jahr der Bibel
Ausgabe: 2003/28, Tochter, Schärding, Bibel
08.07.2003
- Heinz Niederleitner
Zum Jahr der Bibel drehte die Kath. Dekanatsjugend Schärding einen Film, der eine biblische Geschichte in die Gegenwart transferiert.
Die Familie sitzt am Tisch. Der Vater schickt den Sohn, um etwas zu holen – zur Feier der Heimkehr der Tochter. „Jetzt kann ich schon wieder rennen. Dabei hat sie das ganze Erbteil vertan.“ Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor? Richtig, es ist das Ende des Gleichnisses vom „verlorenen“ Sohn (Lk 15,11–32) – in der Filmfassung der Dekanatsjugend Schärding.Das Gleichnis ist an sich zeitlos. Die Jugendlichen haben sich also überlegt, wie man es in unserer Zeit umsetzen kann. „Das Spannende war die Aktualisierung. Im Bibeltext muss der Sohn Schweine hüten. Was bei uns ist damit vergleichbar?“, berichtet Pfarrer Mag. Peter Pumberger aus Suben von den Vorüberlegungen. Man entschied sich schließlich für Tellerwaschen.
Stoffsuche: Bibel aufschlagen
Drei Monate haben die Jugendlichen mit ihm und Martin Brait von der KJ an dem Projekt gearbeitet. Dabei stand am Anfang gar nicht fest, welcher Bibeltext die Stoffgrundlage bilden würde. Also haben die Jugendlichen die Bibel aufgeschlagen und verschiedene Vorschläge gemacht: Die Bekehrung des Saulus, der barmherzige Samariter, Geschichten vom König David standen auch zur engeren Auswahl.
Nachdem die Entscheidung gefallen war, schrieb das Team ein Konzept. Die Dialoge entwickelten sie spontan beim Dreh. Nicht ein Sohn, sondern die Tochter (Verena Bernecker) verlässt mit dem ausbezahlten Erbteil die Eltern (Eva Königsberger, Johann Boxrucker), um zusammen mit einer Freundin (Eva-Maria Schachinger) das Stadtleben (Schärding) kennen zu lernen. Durch ein Mädchen (Katharina Reininger) kommen sie in eine Clique, in der sie mit Discobesuch und Lokalrunden das Geld anbringen. Nachdem sie sprichwörtlich unter der Brücke landen, entschließen sich die beiden Freundinnen zur Heimkehr. Nur der Bruder (Stefan Haas) ist über die Rückkehr der Tochter nicht erfreut. Parallel zur Haupthandlung zeigt der Film immer wieder die Sorge der Eltern.
Der Film mit dem Titel „Die Tochter“ ist sowohl durch die schauspielerische Leistung der Mitwirkenden gelungen als auch durch die technische Ausführung von Pfarrer Pumberger. Ob er mit seinen Anweisungen recht streng war? „Er war sensibel“, bekommt man von den Schauspieler/innen zu hören. Stille. Gelächter. Die Antwort war wohl halb ernst, halb im Spaß gemeint.
Der Film kann bei Pfarrer Pumberger (Tel. 07711/2243) ausgeliehen werden.