„You Had Time“ ist der „sanfteste und großmütigste Song über das Ende einer Beziehung“, schreibt Nick Hornby in seinem aktuellen Buch „31 Songs“. Und wahrlich dieses Akustik-Stück ist so wunderbar, so trostspendend und lieblich, dass es sich lohnt das dazugehörige Album „Out Of Range“ – bereits 1994 veröffentlicht – hier vorzustellen. Ani DiFrancos aktuellere Alben, immer mehr dem Jazz verhaftet, sind musikalisch überladen und Anis Gitarrenspiel geht dabei oft verloren. Davon ist auf „Out Of Range“ noch nichts zu bemerken: Hier ist die kleine Amerikanerin noch wesentlich stärker der amerikanischen Folkmusik verhaftet und die akustischen Gitarren tragen noch fast jeden Song. Das Titelstück des Albums ist sowohl in einer Akustikversion als auch in einer rockenden Elektrikversion vertreten – beide haben ihre absolute Berechtigung. Außerdem stechen die fröhlichen Songs „Buildings And Bridges“ und „Face Up And Sing“, das persönliche, aber traurige Stück „Letter To A John“ und das reduzierte und wunderbare „Falling Is Like This“ hervor. Popmusik mag vergänglich sein, doch „Out Of Range“ werden wir uns noch lange bewahren – danke, Ani.
Ani DiFranco – Out Of Range, erschienen bei Righteous Babe Records