Die Freiheit ist ein hohes Gut. Sie hat aber für den Einzelnen wie für Interessengruppen dort ihre Grenzen, wo sie mit elementaren Lebensrechten anderer in Konflikt gerät. Freiheit und Verantwortung sind die zwei Seiten einer Medaille. Beide Seiten sind im Blick zu halten, wenn grundlegende Menschenrechte nicht unter die Räder kommen sollen.
Genau darum geht es in zwei aktuellen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. In beide Spannungsfelder ist Österreich besonders involviert.Es ist eine auch von der EU zugestandene Tatsache, dass der Schwerverkehr über die Inntal- und Brennerautobahn den Lebens- und Wirtschaftsraum der dort lebenden Bevölkerung massiv gefährdet. Die Absicht, soferne sie je ernst gemeint war, die Lärm- und Schadstoffbelastung durch den Lkw-Transit zu senken, ist gescheitert. Auch deshalb, weil die EU entsprechende Vereinbarungen bewusst gebrochen hat.
Ihre verantwortlichen Institutionen bewerten die Freiheit des Warenverkehrs höher als das Recht der Tiroler Bevölkerung auf Gesundheit und einen intakten Lebens- und Wirtschaftsraum. Dafür nimmt die EU auch in Kauf, dass die von ihr selber erlassenen Umweltrichtlinien missachtet werden. Das ist eine perverse Freiheit, wo die Frächter mehr gelten als die gequälten Menschen und ihr Lebensraum.Auch in der Auseinandersetzung um die verbrauchende Embryonenforschung berufen sich EU-Institutionen auf die Freiheit der Wissenschaft. Aber welche Freiheit ist das, wo menschliches Leben zu fragwürdigen Forschungszwecken vernichtet wird und Staaten, die dagegen sind, gezwungen werden mitzuzahlen?