Dreihundertfünfzig Leute in einem Saal, drei Tage lang, und das in den ersten Sommertagen. Das Thema muss spannend sein. Um „Gehirnforschung“ ging es bei der diesjährigen Sommerakademie im Stift Kremsmünster. Dass die Zeit der Religion abgelaufen wäre, weil man knapp daran wäre, Gott und Religion als bloße Vorgänge im Gehirn erklären zu können – so stand es in vielen Artikeln, wie sie in bedeutenden Magazinen in den letzten Monaten immer wieder verbreitet wurden. Eigentlich war es immer so, wenn ein wissenschaftlicher Erkenntnisschub vorgab, die Welt erklären zu können. Wozu noch Religion?
Aber weder dass die Erde eine Kugel ist – und dass mit dieser Entdeckung gängige religiöse Vorstellungen infrage gestellt worden waren, noch dass Menschen keinen Himmelvater entdeckten, als sie das All eroberten, hat Religion außer Kraft gesetzt.
So hat die Gehirnforschung Gott nicht weg erklärt. Sie zeigt vielmehr, wie wichtig gläubige und vor allem liebende Menschen sind, damit geschehen kann, was Gehirnforschung als wichtig erweist. Das Gehirn kann nur heranreifen, wenn ihm Menschen die nötige „Brutwärme“ und „Brutpflege“ angedeihen lassen. Das voll entfaltete Gehirn tritt so nicht an die Stelle Gottes, sondern bezeugt im Gegenteil das Wunder seiner Schöpfung. Am Ende der Sommerakademie herrschte bei vielen Ergriffenheit. Wie faszinierend, wie herrlich ist doch alles eingerichtet vom Schöpfer. Wie sorgsam gilt es, mit dem kostbaren Schatz umzugehen.