Jetzt sind sie wieder unterwegs auf den Pisten – und Millionen verfolgen ihren Lauf – die Hundertstelsekundenjäger.
Erster sein, zumindest schneller als die Konkurrenz. Das gilt nicht nur für den Sport, das ist das Credo all jener, die erfolgreich sein wollen. Wer als Erster da ist mit einem Produkt oder mit einer Idee, der hat gewonnen. Wenn nicht, hat er das Nachsehen.
Es ist Advent. Und da funktioniert dieses gängige Prinzip nicht. Worum es geht, das lässt sich nicht beschleunigen – um keinen Tag, um keine Sekunde. Weihnachten wird erst in der Heiligen Nacht kommen – und die steht unverrückbar im Kalender. Der Advent ist eine Schule des Umgangs mit Zeit. Nicht dem Leben davonlaufen, nicht immer schon beim Nächsten sein, sondern sich Zeit nehmen, Zeit lassen.
Mit der Zeit ist es nicht anders als mit dem, was Jesus den Jüngern zu bedenken gegeben hat, als sie um ihre Bedeutung stritten: Wer unter euch Erster sein will, muss Letzter sein können. Und: Wo alle nur vorne sein wollen, geht auch die Nachsicht verloren. Eine Welt ohne Nachsicht wäre gnadenlos.