Am 7. April jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des Dieners Gottes Franz Joseph Rudigier, Bischof von Linz. Nach der Betrachtung von Leben und Spiritualität Bischof Rudigiers in der Vorwoche sollen heute ein wenig die sozialen und karitativen Akzente, die dieser große Bischof unserer Diözese gesetzt hat, betrachtet werden.
Das Engagement von Bischof Rudigier für die Linderung der sozialen Not hat sicherlich bleibende Bedeutung. Er nutzte letztlich das „Netzwerk Kirche“, um – auch mit Hilfe zahlreicher neu angesiedelter Ordensniederlassungen – den Menschen seiner Diözese in ihren vielfältigen Nöten der damaligen Zeit nicht nur nahe, sondern vielmehr hilfreich zu sein.
Ein „Sozial-Hirtenwort“. „Betend also, arbeitend und leidend will ich mich meiner Herde hingeben, wie der Herr sich hingegeben hat für die Menschheit; will ihr angehören mit den Kräften meines Lebens und meines Geistes …“. So schreibt Bischof Rudigier in seinem ersten Hirtenbrief im Februar 1854 an seine Diözese. Und Bischof Rudigier meinte dies durchaus ernst: Er förderte die Caritas, wo er nur konnte, er wusste ganz genau, dass er den Menschen seiner Zeit mit einem Mindestmaß an Bildung helfen konnte, und wurde so zu einem Vorreiter der Erwachsenen- und Weiterbildung.
Die von ihm initiierte Neuschaffung eines eigenen Diözesanblattes sollte der besseren Kommunikation zwischen den verschiedenen Stellen und Gruppierungen in der Diözese dienen. In seiner sozialen und karitativen Weitsicht wurde Bischof Rudigier zum großen Initiator des katholischen Vereinswesens. Er schuf ein Netzwerk zur Förderung, Unterstützung und Bildung seiner Diözese „von unten“. In keiner anderen österreichischen Diö-zese taten sich so viele Laien zusammen, um soziale und kirchliche Interessen wirksam zu vertreten.
Mit politischem Nachdruck. Seit dem ersten Zusammentreten des oberösterreichischen Landtages im Jahr 1861, bemühte sich der Bischof nicht nur, bei keiner Sitzung zu fehlen, sondern in diesem Gremium auch seine sozialen und karitativen Anliegen mit Nachdruck einzubringen.
Praktisches Christentum. Mit all seinen diesbezüglichen Bemühungen zeigte Bischof Rudigier ein in seiner Zeit keineswegs selbstverständliches Gespür dafür, dass es im Chris-tentum um eine Art „praktische Wahrheit“ geht, die gelebten Glauben bedingt. Bischof Rudigier war durch seine Strategie mit diesem „praktischen Christentum überall dort tatkräftig zugegen, wo Hilfe gebraucht wurde.
Gedenkfeiern
Zum 200. Geburtstag von Bischof Franz Joeph Rudigier gibt es eine Reihe von Gedenk- und Festveranstaltungen in Linz:
- Gedenkgottesdienst, Do., 7. April, 18.15 Uhr, im Linzer Mariendom mit Bischof Dr. Ludwig Schwarz.
- Rudigier-Symposium am Fr., 8. April, 14 – 19.30 Uhr, im Priesterseminar Linz. Mit Prof. Dr. Maximilian Liebmann, Prof. Dr. Klaus Schatz SJ, Prof. Dr. Günther Wassilowsky, Domführung u.a. Anmeldung: 0732/78 42 93-41 55. E-Mail: rektorat@ktu-linz.ac.at
- Pontifikalamt, So., 10. April, 10 Uhr, im Mariendom, zu Ehren Bischof Franz Joseph Rudigiers. Das Vokalensemble der Dommusik singt die „Missa Sanctae Crucis“ von Johann Michael Haydn.