Mit der Wahl meines Vornamens war ich nie besonders einverstanden. Ursprünglich hatten sie nach zwei Töchtern mit einem Sohn gerechnet und sich daher nur einen Namen für einen Buben einfallen lassen. Die Entscheidung für Ernestine ist also ganz spontan erfolgt. Ernestine, die Tochter des Herzogs von Pfalz-Sulzbach, die nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1731 im oberbayrischen Neuburg an der Donau in den Karmeliterorden eintrat. Nach der Überlieferung zeichnete sie sich durch außerordentliche Demut aus und war ihren Mitschwestern ein großes Vorbild. Eine bedeutende Namenskollegin war auch Ernestine von Fürth, die 1906 zusammen mit Leopoldine Glöckel das Frauenstimmrechtskomitee gründete. Sie forderte die vollen staatsbürgerlichen Rechte für Frauen und war insofern eine Wegbereiterin des Frauenwahlrechts, das schlussendlich 1918 in Österreich eingeführt wurde. Diese Frauen mit Namen Ernestine sind der Inbegriff für positives Engagement zum Wohle vieler. Sie versöhnen mich mit der Wahl meines Vornamens.
Dr. Ernestine Priewasser ist Mitarbeiterin im KBW Linz bei SelbA – Selbstständig im Alter.