Mit Studien und Beiträgen zum Thema „Arbeit“ ist der an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz lehrende Univ.Prof. Dr. Ansgar Kreutzer im deutschsprachigen Raum ein Begriff. Im Rahmen der Reihe „Forum Religion & Sozialkultur“ ist nun ein Sammelband unter dem Titel „Arbeit und Muße“ erschienen. Kreutzer beleuchtet Spannungsfelder wie etwa die hohe Wertschätzung der Arbeit, die dem Menschen auch Identität verschafft, und das Phäno-men von Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite. Er bricht eine einseitig individualistische Betrachtungsweise heutiger gesellschaftlicher Leitbilder auf. Individualismus und Egoismus müssten überwunden werden, um zu besseren Strukturen der Gerechtigkeit zu kommen. Das moderne Arbeitsverständnis – übrigens auch Glaubensverständnis – wäre von einer „Logik der Selbstrechtfertigung“ geprägt. Der Autor regt eine Rückbesinnung auf das christliche Gnadenverständnis an. Zwar plädiert er dafür, dass man die Wechselseitigkeit von Leistung und Verdienst als sinnvoll respektieren müsse. Wenn aber die soziale Anerkennung so stark von der Erwerbsarbeit her definiert wird, müsse der Zugang zur Arbeit allen offenstehen. Dem Aspekt „Muße“ ordnet Kreutzer Beiträge über das Spielen und Lesen sowie über Fußball und Schenken zu.
Ansgar Kreutzer, Arbeit und Muße. Studien zu einer Theologie des Alltags. LIT Verlag Wien 2011, 184 S., Euro 19,90. ISBN 978-3-643-50122-6.