Über 190.000 Männer, Frauen und Kinder haben im Jahr 2010 Veranstaltungen des Katholischen Bildungswerkes besucht. Rund 3000 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass es solche Angebote gibt – und 300 von diesen kamen zur Jahrestagung 2011.
Von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend gehörte das Schloss Puchberg am 29. und 30. April ganz dem Katholischen Bildungswerk. Für die Teilnehmer/innen ist es so etwas wie eine „Bildungsmesse“: Wohin gehen die Trends? Viele versorgen sich mit Materialien und Impulsen bereits für das nächste Arbeitsjahr. Die Aufgabe ist groß: Bildung ohne wirtschaftliche Verzweckung anzubieten – darauf kommt es für den Bereichsleiter für Bildungseinrichtungen in der Diözese Linz, DDr. Severin Renoldner, an. Wie die nächste Generation leben wird, dazu sollen auch die kirchlichen Bildungseinrichtungen Antworten bieten.
3.000 Ehrenamtliche. Erstmals war Landesrätin Mag. Doris Humer Gast beim Bildungswerk. Sie dankte namens der Landespolitik den über 3000 Ehrenamtlichen, die sich in den Bildungswerken engagieren. Der Geistliche Assistent des Katholischen Bildungswerkes, Mag. Klaus Doppler, verdeutlichte am Beispiel einer Bergwanderung, worauf es bei Veränderungen in der Gesellschaft ankommt. Die Zeit der Einzelkämpfer in der Bildungsarbeit wäre vorbei, es gehe darum, Teams zu bilden und „Seilschaften“ zu knüpfen – und vor allem zu schauen, „dass keiner zurückbleibt“. Das Bildungswerk soll die Solidarität unter Menschen stärken. Wie „Leitlinien“ für die Bildungsarbeit in Zukunft aussehen könnten, skizzierte die Pastoraltheologin Dr. Monika Udeani. Sie ermutigte zur „Begegnung über den Kirchenrand hinaus“. „Star-Gast“ bei der Jahrestagung war DDDr. Clemens Sedmak. Sedmak bedauerte, dass den Gesellschaften von heute die Idee der „Schicksalsgemeinschaft“ verloren gegangen sei und dass die „Transzendenzoffenheit“ fehle. Menschen würden zu bloßen Kostenfaktoren, man betrachte sie unter dem Aspekt des Profites, den man aus ihnen ziehen könne. Statt dessen gelte es, Bildung stark unter dem Aspekt der Gemeinschaft zu sehen. „Veränderung braucht ein gemeinsames Unterwegssein“, meinte Sedmak – so wie die Emmausjünger mit Jesus unterwegs waren – und eine neue Sicht bekommen haben.
Zum Thema
Innovationspreise
Alle zwei Jahre zeichnet das Katholische Bildungswerk richtungweisende und beispielhafte Projekte aus. Die Preisträgerpfarren 2011 sind:
- KBW Bad Wimsbach-Neydharting für die „Marterlroas der etwas anderen Art“.
- KBW Pöndorf mit dem Projekt „Was haben Frauen aus aller Welt gemeinsam? – Frauen-Integration“.
- KBW Niederwaldkirchen für das Projekt „Mit Nachhaltigkeit in die Zukun.ft“
- KBW Waldzell für die Filmdokumentation „Unser Leben am Kobernaußerwald – eine gefilmte Liebeserklärung an unsere schöne Heimat“.
- KBWs aus 14 Pfarren für den „Regionsausflug der KBWs mit der Haager Lies“.