Fast alles wurde aufgegessen. Beim „biofairen Frühstück“ erlebten rund 1000 Gäste am 14. Mai einen entspannten und informativen Samstag-Vormittag.
Das große Zelt am Linzer Domplatz war zweieinhalb Stunden lang dicht gefüllt. Die Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Fachschule Elmberg hatten alle Hände voll zu tun, um über 1000 Frühstücksportionen an Mann und Frau zu bringen. „Ich wollte mir das anschauen“, erzählt Herr Maier, langjähriger Caritas-Mitarbeiter, der extra aus Taiskirchen angereist war. Für Kinder war das „Schütteln“ der Butter im Glas Höhepunkt. Zwei Minuten genügen dafür. Die Diözese Linz hatte zusammen mit „Welthaus Linz“ zum biofairen Frühstück am Ende des Jahresschwerpunktes „Um der Menschen willen“ eingeladen. Ein „nachhaltiger Lebensstil und Schöpfungsverantwortung gehören zum Engagement der Kirche für den Menschen“, betonte Kommunikationsleiterin Gabriele Eder-Cakl.
Erwin Kräutler als Gast. Der brasilianische Bischof Erwin Kräutler wurde am Telefon zugeschaltet. Die Schere zwischen Arm und Reich sei noch lange nicht geschlossen, meinte er. Nach wie vor kämpft Kräutler gegen das Riesenstaudamm-Projekt Belo Monte im Amazonasgebiet. 30.000 Menschen verlieren dort ihren Lebensraum. Europa wäre mitbetroffen, weil die klimatischen Folgen unabsehbar wären. Man könne hier weder von sauberer noch von grüner Energie sprechen. Auch Landeshauptmann Josef Pühringer war Gast beim Frühstück. Bio sei nicht nur moralisch, sondern auch vom Geschmack her gut, meinte er – und übte Kritik daran, dass Österreich hinter den entwicklungspolitischen Vorgaben zurückbleibt. „Für die Kürzung von Entwicklungshilfe haben wir in Oberösterreich kein Verständnis.“
- Das biofaire Frühstück wurde mit Partnern durchgeführt: Es sind dies Weltladen Linz, Bio Austria, Winkler Markt, Molkerei Lembach, Fam. Sonnberger aus Rechberg, Firma Hasenfit, Biohof Achleitner, Biobäckerei Gragger u.a.
Zur Sache
Welthaus Linz organisiert seit 2004 bio-faire Frühstücke und Jausen. Über 700 Mal wurde so der Tisch mit biologischen und fairen Lebensmitteln gedeckt und zum Gespräch über Welternährung und Alternativen zum konventionellen Angebot im Supermarkt geladen. Gastgeber/innen waren vor allem engagierte Frauen, Bürgermeister/innen, Jugendleiter/innen und Lehrer/innen, die ihren Gästen, Angestellten und Schüler/innen die Möglichkeit eröffneten, persönliche Sichtweisen über Konsum unter die Lupe zu nehmen: Expert/innen von Welthaus informierten dabei über globale Ernährungsverhältnisse und standen Rede und Antwort zu Fragen rund um fairen Handel und angepasste, nachhaltige Landwirtschaft.