Es war so gegen vier Uhr als mein Sohn zum dritten oder vierten Mal in der Nacht aufschrie. Ich ging zu dem armen Kind, das hoch fieberte und tat mir ein bisschen selbst leid, wegen der zwei Stunden die ich bis dahin erst geschlafen hatte. Meine Frau hatte es nicht besser. Denn natürlich sind beide Kinder gleichzeitig krank. Praktischerweise scheint es aber so etwas wie ein Elterngen zu geben: man steckt sich selbst eher selten bei den Kleinen an. Und wenn schon, redet man sich ein trotz stechender Kopfschmerzen ein, gesund genug für die Kinderbetreuung zu sein. Irgendwie geht das schon. Die Kinder werden dann krank , wenn sämtliche Ordinationen für´s Wochenende zusperren.So gibt es statt Arztbesuch Internetrecherche. Das ist geeignet der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Was können nur die roten Punkte auf dem Hals sein, das sind doch nicht Windpocken, oder? Auf einer Seite stoße ich darauf, dass man die Kinder dagegen impfen lassen könnte. Es ist eine Krankheit, die Kinder mittlerweile nicht mehr bekommen müssen. Also der feste Vorsatz: wenn es nicht schon Windpocken sind, werden sie sobald es geht dagegen geimpft. Das wäre dann eine Sorge weniger. Andere Krankheiten und somit Gelegenheiten sich die Nacht um die Ohren zu schlagen, werden auch so noch genug bleiben.