Kirchenbauten sind Wahrzeichen eines Ortes. Sie sind ein Symbol für Stetigkeit und Dauer, aber auch dafür, wie sich die spirituelle Situation in der Gesellschaft im Laufe der Zeit immer wieder geändert hat. Der Band „Kirchenbauten der Gegenwart“ versammelt Fotos und Beiträge zu Neubau und Umbau, zu Renovierung und Umnutzung von Kirchen. Die Texte behandeln Entwicklungen in der Geschichte des Kirchenbaus und bieten verschiedene Blickwinkel auf das Thema. So ermöglichen zeitgenössische Bauten einen Übergang von außen nach innen, vom Alltäglichen hinein in die Räume des Heiligen, sobald der nach Spiritualität suchende Mensch die Kirche betritt. Und zurück in die andere Richtung, wenn er die Kirche verlässt oder sogenannte „weltliche“ Materialien wie Beton und Stahl betrachtet. Die Art und Weise, in der liturgische Feiern abgehalten werden, beeinflusst die architektonische Gestaltung des Außen- und Innenraums von Kirchen, und umgekehrt. In seinem abgedruckten Aufsatz schreibt Architekt Rudolf Schwarz 1956: „So ist denn die Aufgabe eines Kirchenbauers, ... dem Gebet auf der Erde ein Haus zu bauen.“
- Kirchenbauten in der Gegenwart, hrsg. von Nollert/Volkenandt/ Gollan/Frick, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7917-2209-2, E 41,10.