Ausgabe: 2011/22, Wunschbilder, Familie, Einstellung von Frauen, Betreuung Kinder, Hausfrau
01.06.2011
- Josef Wallner
Der „Trendmonitor“ des Familienministeriums untersuchte die Einstellung 14- bis 24jähriger Frauen: 78 Prozent von ihnen meinen, dass Kinder bis zum dritten Lebensjahr von den eigenen Eltern betreut werden sollten, und 55 Prozent sagten, dass sie Hausfrau bleiben würden, wenn der Partner genug verdient. Die Reaktion auf diese Vorstellungen folgte postwendend. Von der SP-Frauenministerin abwärts über die ÖVP Frauenchefin bis zur Grünen Bundessprecherin: „Politikerinnen schlagen Alarm“, titelten Medien. Wortreich erklärten sie den jungen Frauen, warum ihre Wünsche in Sackgassen führen, und dass ganz anders wichtig für ihr Leben sei und so weiter. Eine Motivforscherin sprach von Wunschbildern, das sich Jugendliche da basteln. Es kann hier nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung gehen, aber der Ton berührt schon seltsam, in dem man die jungen Menschen beschulmeistert. Irgendwie wird man dabei an die Diskussionen um heiße Eisen in der Kirche erinnert: Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten, Diakonat der Frau, ... Wann immer Umfragen zu diesen Themen gemacht werden, sind die Ergebnisse eindeutig. Deutlich sind auch die Reaktionen, die stets folgen und erklären, warum die Wünsche Wunschbilder bleiben müssen.