BRIEF_KASTEN
Gut, dass wir letztes Jahr noch nicht wussten, wie der Stand der Dinge bei der Pandemie heuer um diese Zeit wirklich sein würde. Der tröstliche Gedanke zu Ostern 2020 war doch, dass 2021 wieder alles ziemlich wie gewohnt sein würde. Jetzt, da es anders gekommen ist, nehme ich es zwar nicht locker, aber auch nicht tragisch. Eine gewisse Routine hat sich eingestellt. Das scheint auch in den Schulen der Kinder so zu sein. Mein Sohn kommt zum Beispiel mit dem Schichtplan für die Zeit nach den Ferien nach Hause. Gleichzeitig wird er aber in Deutsch sicherheitshalber bereits mit einem Buch als Lesestoff versorgt – falls eine weitere Phase des reinen Heimunterrichts kommt. Ist pragmatisch und gut so. Wir haben alle gelernt, wie schnell ein Lockdown Wirklichkeit werden kann. Mich erinnert der aktuelle Stand der Pandemie weniger an einen Tunnel mit dem erhofften Licht am Ende, als vielmehr an eine sehr lange Bergtour. Mit einem Bergführer, der vor jeder Kuppe sagt: „Ein paar Meter noch durchbeißen und dann sind wir oben.“ Bis man oben auf der Kuppe merkt, dass es bis zum Gipfel doch noch ein schönes Stück ist. Eines ist aber auch klar: Oben warten schöne Aussichten.
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