BRIEF_KASTEN
Auf wie vielfältige Weise so ein Tier quaken kann: laut und leise, hoch und tief, schnelle und lang gezogene Töne. Da ich in einem Haus aufgewachsen bin, das in unmittelbarer Nähe zu den Donau-Auen lag, ist das Quaken der Frösche ein vertrautes Geräusch meiner Kindheit.
Was heißt Geräusch? Im Frühsommer bin ich täglich mit einem Froschkonzert selig eingeschlummert – das Quaken Dutzender oder gar Hunderter Frösche in einer Lautstärke, das jedes Fortissimo eines Musikstücks in den Schatten gestellt hat. In Erinnerung habe ich auch, dass das Froschkonzert bald nach dem Zubettgehen – so gegen acht Uhr – schlagartig sein Ende fand. Da dürfte ich aber jahrzehntelang einem Irrtum aufgesessen sein: Ich habe das Quaken nicht mehr gehört, weil ich eingeschlafen bin und nicht, weil die Frösche damit aufgehört hätten.
Denn „unser“ Frosch heute quakt zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich empfinde sein Quaken keinesfalls als Störung, auch wenn er sich – so ehrlich muss ich sein – doch ein wenig mehr an die vom Gesetz vorgeschriebenen Zeiten der Nachtruhe halten könnte. Also kein Lärm von 22 bis 6 Uhr. Besonders froh bin ich natürlich, dass die Nachbarn im Frosch keine Belästigung sehen, sondern ein Zeichen intakter Natur.
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