BRIEF_KASTEN
Als Menschen brauchen wir Auszeiten. Oft heißt es, da würde man seine „Batterien“ wieder aufladen. Der Vergleich mag das eigene Erleben gut schildern, er passt aber auch in einem weiteren Sinn. Denn bekanntlich soll man Lithium-Ionen-Akkus nie ganz entladen: So treten nämlich Schäden auf. Der Akku kann dann nicht mehr dieselbe Energiemenge speichern wie vorher.
Hier sehe ich eine Ähnlichkeit zum Menschen – jedenfalls zu mir. Ich lade „meinen Akku“ nicht dadurch auf, dass ich nichts tue. Zur Erholung gehören für mich auch die physische und die geistige Anregung: etwas tun, das ich gerne mache, aber sonst keine Zeit habe; reisen und besichtigen; ein informatives Buch lesen; wandern ... Muss ich erst Energie sammeln, um damit zu beginnen, bleibt weniger Zeit für das eigentliche Krafttanken.
Bei allen Batterievergleichen ist aber auch klar: Menschen sind keine Maschinen. Das sprachliche Bild hat seine Grenzen, denn ein Akku ist ein austauschbarer Funktionsgegenstand. Wenn wir nun aus guten Gründen auf ihren schonenden Einsatz achten, um wie viel mehr sollten wir das dann für uns selbst tun?
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