BRIEF_KASTEN
Dass die damaligen Ereignisse Menschen noch immer bewegen – obwohl neue Revolutionen und sogar Weltkriege seither durchlitten werden mussten –, ist bemerkenswert. Die Zahl der Menschen, die unmittelbar von der Landwirtschaft leben, liegt ja nur noch bei rund drei Prozent. Und auch die Religionsgemeinschaften finden sonst in der Öffentlichkeit immer weniger Zuspruch.
Vielleicht liegt es daran, dass man heute ähnliches Unrecht spürt wie damals. Es sind nicht mehr die Adeligen, es sind die milliardenschweren Neureichen, die sich an die Schalthebel der Macht gepusht haben und den Alltag des Lebens so sehr mitprägen. Es ist dasselbe Unrecht wie damals, dass nämlich ein Teil der Menschheit glaubt, ein selbstverständliches oder sogar gottgegebenes Recht zu haben, über andere bestimmen zu können.
Mit dem Blick in die Geschichte können wir besser auf das Unrecht schauen, das heute geschieht: wie immer weniger Menschen die Geschicke der Welt bestimmen, die Ressourcen der Erde an sich reißen oder verschwenden. Selbst in reichen Ländern können sich junge Leute oft das Wohnen nicht leisten, weil mit den Gütern der Erde spekuliert und nicht gelebt wird.
Auch in der Kraft des Glaubens heraus gilt es wachsam zu sein, weil für Gott – so sagt es die Heilige Schrift – das Unrecht ein Gräuel ist.
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