BRIEF_KASTEN
In manchen Regionen sind sie den Leuten schon zu viele: in Venedig, in Bad Hall, am Wiener Stephansplatz, auf den Autobahnen, wenn sich alles staut. Die Touristinnen und Touristen sind es, die man ja einerseits haben möchte, weil man von ihren Ausgaben das Einkommen hat, die aber in ihrer Vielzahl doch als eher anstrengend wahrgenommen werden. Willkommene Störenfriede sind sie irgendwie.
Ein paar Tage, ein paar Wochen vielleicht sind Menschen gerne als Tourist:innen unterwegs. Da möchte man etwas erleben – wie so viele andere auch. Es sind vor allem die schönen Plätze und die ruhigen Orte der Erde, die man aufsuchen möchte – aber weil so viele das tun, ist es mit der Schönheit und der Ruhe dort oft nicht mehr weit her.
Ein seltsames Phänomen zeigt sich: In ihrer Vielzahl werden diese Reisenden als anstrengend empfunden. Doch fragt man einen einzelnen, woher er denn kommt und wohin es noch geht und wie es ihm gefällt und was er sonst noch macht, entdeckt man bald: Hier rede ich mit einem Menschen, nicht „bloß“ mit einem Touristen – mit ähnlichen Zielen und Wünschen, wie ich sie auch selbst habe und mir gönnen will. Selten ist es der Fall, dass man an einen gerät, mit dem man eigentlich nichts weiter zu tun haben möchte.
Menschen einzeln zu sehen, auch wenn sie viele sind – darauf käme es an. Haben wir es nicht als ungerecht empfunden, wenn wegen eines einzigen „Übeltäters“ die ganze Klasse zu büßen hatte?
Also: Lieber willkommen als Störenfried!
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