BRIEF_KASTEN
Die Piusbruderschaft hat – zum zweiten Mal – ohne Erlaubnis des Papstes Bischöfe geweiht. Es trat das Erwartete ein: Weihespender und -empfänger sind exkommuniziert. Für alle Geistlichen der Piusbruderschaft hat Rom festgestellt, dass sie im Zustand der Kirchenabspaltung sind.
Wenn jetzt aber davon die Rede ist, dass Rom einen klaren Schnitt gemacht habe, dann stimmt das nicht wirklich: Aufgrund der Theologie der Kirche sind die von den Piusbrüdern gespendeten Sakramente zwar unerlaubt, aber – mit Ausnahme von Beichte und Eheassistenz – gültig. Weil sie über Sakramente zwar nicht verfügen darf, aber verfügen kann, tanzt die Piusbruderschaft Rom auf der Nase herum.
Hintergrund ist die apostolische Sukkzession, also dass die Geweihten Weihespender haben, die ihrerseits gültig geweiht wurden usw. Das Problem dabei ist, dass die vertikale Beziehung zu einem früheren Bischof ausreicht, die horizontale Beziehung zur aktuellen Gemeinschaft der Bischöfe mit dem Papst für die Gültigkeit der Weihe aber nicht notwendig ist. Das ist so wenig logisch wie die Tatsache, dass Frauen laut Rom die Priesterweihe weder erlaubt noch gültig empfangen können.
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