BRIEF_KASTEN
Ziemlich weit oben auf meiner persönlichen Liste steht der Lebensmitteleinkauf. Einmal fehlt genau das Produkt, das ich brauche. Dann entpuppt sich das Brot, das beim Kauf noch völlig in Ordnung schien, schon nach wenigen Tagen als schimmelnder Fall für die Biotonne. Gerade in den kleineren Filialen geht’s mir öfters so. Offenbar hat der Personalmangel seinen Preis. Jetzt klinge ich vielleicht ein bisschen alt, aber diesen Eindruck werde ich einfach nicht los: Früher war das besser.
Das „Früher“, das ich meine, liegt übrigens noch gar nicht so lange zurück. Erst vor fünf Jahren – also mitten in der Corona-Pandemie – wurde zumindest für eine Weile klar, wie wichtig die Menschen sind, die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten. Damals wurde viel über jene gesprochen, die den Alltag am Laufen halten: Pflegekräfte, Reinigungskräfte und eben auch Verkäufer:innen. Es wurde versprochen, ihre Arbeit endlich stärker wertzuschätzen – auch finanziell. Wirklich nachhaltig war das Versprechen zumindest im Lebensmitteleinzelhandel nicht. Eine Verbesserung wäre dabei gar nicht so schwierig. Mit einer besseren Bezahlung ließen sich vermutlich wieder leichter genug (und auch motivierte) Mitarbeiter:innen finden. Und ich bin mir ziemlich sicher: Dann klappt’s auch wieder mit dem Brot.
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