BRIEF_KASTEN
Doch um ein Versprechen einzulösen, habe ich mich diesen Sommer überwunden, dem Zelt eine zweite Chance zu geben: vier Tage in einem Wald im südlichen Niederösterreich.
Zugegeben: Die Vorfreude war von der Befürchtung überlagert, dass sich der sprichwörtliche Busen der Natur als sehr hart erweisen könnte: Würde ich ausreichend schlafen? Was wäre, wenn es stark regnet? Und was täte ich vier Tage lang im Wald?
Letztlich war es doch eine gute Erfahrung. Zwar ließ mich die Information des Grundeigentümers, dass es in der Gegend Wildschweine gäbe, kurz schlucken: Ich bin ja nicht Obelix. Aber die Tage waren dann erfüllt von Wanderungen, dem Erlebnis, auf Komfort weitgehend zu verzichten, und dem Genießen der Ruhe. Am Abend war ich so müde, dass das Schlafen kein großes Problem war. Geregnet hat es nicht und Wildschweine tauchten auch keine auf.
Es ist jetzt nicht so, dass ich es schwer bereuen würde, so viele Jahre lang das Zelt verschmäht zu haben. Aber immerhin kann ich mir vorstellen, jetzt nicht noch einmal so lange zu warten, bis ich mich wieder überwinde.
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