BRIEF_KASTEN
Und wie schön es ist, bloß zuzuschauen und zuzuhören. Eine schlichte Tatsache kann man dabei erleben: dass es Menschen gibt, die vieles besser können, als ich selber es kann. Viel besser sogar. Wer mit der Einstellung „Ich bin der Beste!“ zu so etwas geht, wird dort wenig Freude empfinden. Die Freude am Können anderer Menschen erst macht die Sache wirklich schön. Und es ist ein starker Trost, der nicht nur für Musik und Theater gilt.
Wie gut, dass es viele Menschen gibt, die geduldiger sind, als ich selbst es zustande bringe, oder die viel mehr wissen und Erfahrung haben als ich. So ist nicht gleich Schluss mit der Weisheit.
Wie wunderbar ist es, dass andere Menschen besser die Ruhe bewahren in brenzligen Situationen, oder schlicht und einfach: dass es stärkere Menschen gibt. Sie schaffen mehr, denn es gibt so vieles, für das man kräftig sein muss.
Und wie gut, dass es Jüngere gibt. Man sollte sich freuen und muss da nicht neidisch sein. Es ist wie im Konzert oder im Theater: Es hängt nicht alles vom eigenen Können ab. Man ist dabei, bewundert, genießt. Und: Lebt man nicht auch aus der Hoffnung anderer Menschen?
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