BRIEF_KASTEN
Unter ihnen hat sich in den letzten Wochen ein gewaltiges Sterben ereignet. Drohnen haben mir als Kind schon leid getan, haben wir doch bald schon gelernt und erlebt, wie sie nach Erfüllung ihrer Aufgabe, der Befruchtung der Königin, aus dem Bienenvolk verstoßen wurden.
Einfach nicht mehr hineingelassen! Regelrecht hinausgebissen! Ein Bienenvolk würde den Winter sicherer überstehen, wenn es sich von den nutzlosen Mitessern trennt. Auch wenn sie einem leid tun, man kann es verstehen.
Bei Bienen ist es also eine verständliche Grausamkeit. Aber: Aufgabe erfüllt, beiseite geschoben! Das ist nicht nur ein tierisches, sondern oft auch ein menschliches Schicksal. Wenn sich der Mensch gerne als ein „höheres Wesen“ in der Schöpfung versteht, so deshalb, weil er fähig geworden ist, nicht mehr auf Grausamkeiten angewiesen zu sein. Er muss niemanden hinausbeißen und an den Rand schieben. Nicht mehr nur jemandes Nutzen, sondern sein Dasein zählt und ist wertvoll genug.
Es scheint, als hätten sich Menschen statt des Wunderbaren gerade die Grausamkeiten der Natur zum Vorbild genommen – indem man das Hinaus-beißen, das Töten sogar, wie eine notwendige Randerscheinung gelten lässt. Sie kommen sich stark vor und merken nicht, wie primitiv sie damit geworden sind!
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