BRIEF_KASTEN
Die Kinder sollen es einmal besser haben. Das war die Hoffnung der Nachkriegsgeneration. Dafür wurde gespart. Eine solide Ausbildung sollten die Kinder bekommen, eine gute Stellung später. Längst sind diese Kinder in die Jahre gekommen. Dass Kinder es einmal besser haben sollen, wagt kaum noch jemand zu hoffen. Wenn es nur nicht schlechter würde!
Vielleicht müsste man an der Hoffnung von damals nur ein wenig drehen und sagen: Die Kinder sollen es einmal besser machen! Es hat sich doch vieles erfüllt: Den meisten geht es viel besser, als man damals zu träumen wagte. Und trotzdem hat die Unzufriedenheit gerade in diesen Jahrzehnten ein Ausmaß erreicht, das bedrohlich wird.
Das neue Schuljahr ist noch jung. Da geht es um Lernziele – und eines der wichtigsten könnte sein: Wie schaffen wir es, dass wir mit dem, was zur Verfügung steht, zufrieden sind? Wie bekommen wir den aus der Nachkriegszeit eingeimpften Impuls, alles müsse mehr und besser werden, aus uns heraus?
Es wäre ein hohes Ziel, wenn man lernte: Das Glück lässt sich schwerlich in höherer Stellung oder im Wohlstand finden, sondern eher im Miteinander einer Gemeinschaft. Es kann nicht gut gehen, wenn es jedem und jeder immer nur besser als bisher gehen soll.
Vielleicht liegen die Gründe der Unzufriedenheiten ja gar nicht so sehr bei der Politik, die man dafür verantwortlich hält, sondern auch bei einem selbst. Die Kinder werden es – hoffentlich – einmal besser machen.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>