BRIEF_KASTEN
Zu „Caritas zur Sozialhilfe: Armut nicht verschärfen“ in Ausgabe Nr. 38:
Die Caritas übt Kritik an dieser Kürzung [der Sozialhilfe]. Aber diese Kürzung ist wichtig und hätte schon viel früher beschlossen werden müssen.
Ich meine konkret die Kürzung der Sozialleistungen an arbeitsfähige Personen, die sich nicht um Arbeit bemühen und auch keine annehmen wollen, weil sie ja vom Staat ihr Geld bekommen. Das ist eine Schieflage gegenüber der arbeitenden Bevölkerung. Da wird nicht die Armut, sondern die Faulheit unterstützt. Ein Spruch vom heiligen Augustinus: „Man gibt Almosen, um der Not abzuhelfen. Aber nicht um die Trägheit auf die Weide zu führen.“
Maria Pachlatko, Windhaag/Fr.
Zum Kommentar in Ausgabe Nr. 37:
Nun haben wir es, das gesetzliche Kopftuchverbot. Der Aufwand war groß. Nützt es aber auch den betroffenen Mädchen? Mit dem Vorschlag von Chefredakteur Dr. Heinz Niederleitner hätte sich der Staat eine Menge Geld und Aufregung erspart. Den paar Fundamentalisten und den vielen Populisten hätte man keine große Bühne geboten.
Rudolf Danninger, Gutau
Zu „Abschiedsfest für KIM-Zentrum“ in Ausgabe Nr. 38:
Das schockt mich, wenn Jugendbildungshäuser (so auch das Don-Bosco-Haus in 1130 Wien) geschlossen werden. Wenn Jugend-Seelsorge „geschlossen“ wird, dann ist die Kirche morgen bedeutungslos!
Pfarrer em. Dr. Karl H. Salesny SDB, Wien
Es ist der 6. September 2026. Wir beenden unseren wunderbaren Urlaub in Ostdeutschland mit einem Tagesausflug in die Lutherstadt Wittenberg. In der dortigen Schlosskirche kommen wir überraschend in den Genuss eines Konzertes des Landesjugendchores Sachsen-Anhalt. Auf fantastische Weise lassen uns die 30 jungen Menschen in die Vielfalt von Klängen und Sprachen eintauchen. Gegen Ende spricht eine Musikerin die Sorge und Angst angesichts des sich abzeichnenden hohen Wahlsieges der AfD aus – die Sorge und Angst, für Weiterexistenz und finanzielle Förderungen künftig plumpen nationalistischen (Un-)Kultureintopf liefern zu müssen. Zum Widerstand ermutigender spontaner Applaus brandet auf.
Einem extra zur Wahl angereisten amerikanischen Journalisten stehen wir vor
der Kirche mit unseren gemischten Gefühlen Rede und Antwort. Im Heimreisegepäck haben wir das Wissen um ähnliche Entwicklungen und Zustände auch in Österreich und zwei sinnvolle Reaktionsmöglichkeiten darauf: 1. Inhaltliche Widerlegung statt bloßer Ablehnung von Extremismus; 2. Strafrechtliche Verfolgung, Verbot und Auflösung aller gesichert extremen Parteien und Vereine (auch in Teilen), die auf die Zerstörung des liberalen Rechtsstaates abzielen. Wofür es noch keine gesetzliche Basis gibt, ist diese schnellstmöglich herzustellen. Denn Extremismus fördert nicht das Miteinander, sondern fordert das Gegeneinander; Extremismus ist keine Meinung, sondern eine Verblendung. „Wehret den Anfängen!“ geht leider nicht mehr – „Wehret der Fortsetzung!“ aber schon.
Dr. Renate und Mag. Michael Steiner, Pasching
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