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Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel: Je mehr wir es beanspruchen, desto leistungsfähiger ist und wird es. Menschen sind von Natur aus neugierig und möchten Neues lernen.
Jede:r kennt das Phänomen: Je mehr man über ein interessantes Thema weiß, desto mehr erkennt man, dass es noch viel mehr darüber zu entdecken gibt. Das Geheimnis dahinter ist, dass wir bei diesem Entdecken und Lernen Freude empfinden.
Lernen funktioniert nur, wenn es positiv besetzt ist. Deshalb ist es wichtig, herauszufinden, welcher Lerntyp jemand ist – also mit welchen Sinnen Inhalte leichter im Gehirn verankert und erinnert werden können.
Leider funktioniert es in der Regelschule nicht, dass jedes Kind zu jeder Zeit genau das entdecken kann, was es gerade möchte. Durch die Größe der Klassen können die Lehrer:innen auch nicht sofort auf jedes einzelne Kind eingehen. Das führt oft dazu, dass die Gestaltung des Unterrichts für manche Lerntypen gut passt, aber für andere leider weniger.
Kinder, die beim Hören viel aufnehmen, werden sich bei einem Vortrag viel mitnehmen und lernen können. Andere merken sich Inhalte, wenn sie diese sehen. Für sie ist es besser, Inhalte zu lesen oder als Bilder bzw. Filme anzuschauen.
Bewegungstypen können Lerninhalte leichter festigen, wenn sie beim Lernen in Bewegung sind. Viele kennen das aus der eigenen Schulzeit: Alles, was auf dem Schummelzettel festgehalten worden ist, war in Wirklichkeit auch im Hirn verankert. Schon das Schreiben als Verbindung zwischen Hand und Hirn kann für diese Schüler:innen hilfreich sein.
Es gibt dann noch Menschen, die Dinge durch Fühlen gut verstehen oder Inhalte mit Gerüchen verbinden, und für manche kommt noch der Geschmackssinn dazu.
Diese unterschiedlichen Lerntypen vermischen sich meistens. Es gibt Menschen, die sich etwas leicht merken, wenn sie es hören, aber mit einem Bild verbinden oder sich genau an den Geruch erinnern können, den sie wahrgenommen haben, als sie einen Inhalt zum ersten Mal gehört oder gelesen haben.
Beim Lernen sollen also mehrere Sinne angesprochen werden. Einen Lerninhalt laut zu lesen und dabei einen Knautschball in der Hand zu drücken oder Vokabeln im Gehen einzuüben, sind gute Möglichkeiten. Ein Duft am Schreibtisch – anregendes, aufhellendes ätherisches Orangenöl oder entspannendes Fichtenöl in einem Schälchen Wasser oder auf einem feuchten Tuch – wirkt auf jeden Fall positiv. Es soll aber nicht dauernd „beduftet“ werden.
Das Hirn wird auch durch Farben angeregt. Orange oder Gelb gelten als anregende Farben, und das kann auch in der Lernumgebung eingesetzt werden, etwa durch ein Tischtuch, ein Bild oder einen orangen oder gelben Becher als Stiftehalter.
Es ist nicht wichtig, ob Kinder vom Schulstart weg an einem eigenen Schreibtisch lernen. Manche sind bei den Hausaufgaben lieber nicht allein und arbeiten gern am Esstisch. Auf jeden Fall sollte am Tisch nichts oder wenig herumliegen, was ablenken könnte. Ungünstig für den Lernplatz ist ein Fenster im Rücken. Menschen haben es gern, wenn sie den Raum, in dem sie sich befinden, überschauen können und nicht von hinten überrascht werden. Und am wichtigsten: Das Smartphone hat am Schreibtisch nichts verloren! Ein Blick auf die Neuigkeiten kostet etwa 15 Minuten, die das Gehirn braucht, um wieder ganz konzentriert an einer Sache arbeiten zu können.
Beim Lernen sollte Wasser bereitstehen, denn das Hirn braucht Flüssigkeit. Beeren oder Orangenscheiben im Krug machen es gleich appetitlicher.
Und das Hirn braucht nicht nur geistige Nahrung: Ein paar Nüsse zwischendurch sind eine perfekte Energie- und Vitaminzufuhr. Kauen bringt dazu mehr Sauerstoff ins Gehirn. Überhaupt ist körperliche Bewegung auch fürs Lernen wichtig, weil unser Hirn auch beim Koordinieren unserer Körperteile neue Nervenverbindungen herstellt. Je wendiger Kinder körperlich sind, desto mehr sind sie es in der Regel auch geistig. Auch ein Musikinstrument zu lernen, fördert die Koordination.
Beim Lernen sind auch Bewegungspausen gut zum „Durchlüften“, z. B. der klassische „Hampelmann“.
Das Ziel lautet immer: eine möglichst angenehme, anregende Atmosphäre am Arbeitsplatz zu schaffen. Das gilt übrigens nicht nur für junge Schüler:innen, sondern auch für Erwachsene.
Mehrere Sinne anregen
Wenig Ablenkung – Handy aus dem Zimmer
Blickrichtung in den Raum bzw. zum Fenster
Wasser bereitstellen
Anregende Farben und Düfte am Arbeitsplatz
„Hirnnahrung“, die gut gekaut werden muss
Bewegungspausen einlegen
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