BRIEF_KASTEN
Zur Diskussion um Aussagen von Bundeskanzler Stocker und AK-Präsidentin Anderl:
Ich melde meinen Widerspruch zur Hundsarbeit an: Ich habe weder die Erziehung meiner eigenen Kinder noch durch drei Jahrzehnte als Religionslehrer die Erziehung von mehreren hundert Kindern als Hundsarbeit gesehen und erlebt.
Diakon Franz Schlagitweit, Rannariedl
[...] In Zeiten vor dem Mähdrescher etwa, da waren das „Schnittern“ auf dem Kornfeld und das Dreschen auf der Tenne mühsame Arbeiten. Auch belastende Verrichtungen nicht bäuerlicher Art wurden ganz gängig als „Hundsarbeit“ bezeichnet. Frau Anderl hat dieses Wort unbedacht, doch ohne bösen Unterton synonym für eine manchmal schwierige Tätigkeit verwendet, was Erziehungsarbeit ja bekanntlich auch sein kann. Ihr Fehler: Sie hat vergessen, dass wir in einer Zeit der ständigen kollektiven Erregung leben und es vielen Menschen geradezu ein Bedürfnis ist, sich öffentlich über andere auszulassen. Dasselbe gilt für die verbalen „Empörungspurzelbäume“, die nach Kanzler Stockers sicher nicht böse gemeinter Äußerung geschlagen wurden. Wie gern doch manche Leute etwas „missverstehen“, um Grund
zum Lamentieren zu haben! – An diejenigen, die immer gar so heftig zur Entrüstung neigen, appelliere ich, ihre mentale Energie wichtigeren Themen zu widmen.
Franz Pichler, Allerheiligen
Zu „Was glücklich macht“ in Ausgabe Nr. 34:
Interessieren Sie sich für fremde Handygespräche in Zügen oder Cafés? Wie stehen Sie zu Zigarettenkippen auf Schritt und Tritt, am Badesee, Spielplatz, im Park, überall? Lieben Sie Müll und Unrat jeder Art auf öffentlichen Plätzen? Wie wohl fühlen Sie sich z. B. am Linzer oder Welser Bahnhof? Wie sehr freuen Sie sich über Alkoholmissbrauch in der Öffentlichkeit? Stört es Sie, wenn ein Mitreisender im Zug seine Pediküre erledigt? (Kein Scherz!) Bingo, willkommen in der großen Mehrheit derer, die sich im öffentlichen Leben einfach nur Rücksicht und Ordnung wünschen! Jetzt bin ich ja recht aktiv, mache die Plätze um mich sauber, verweise auf Hausordnungen, telefoniere mit zuständigen Ämtern, hoffe auf eine App für Hausverstand, strapaziere meine Toleranzgrenze … Und von Zeit zu Zeit denke ich mir: Wofür haben wir für alle diese Dinge Gesetze und Vorschriften, wenn sie dann weder kontrolliert noch sanktioniert werden?
Monika Trückl, Lenzing
Zu „Um genügend Regen beten“ in Ausgabe Nr. 33:
[...] Warum ist es so schwer einzusehen, dass Gott nicht in die natürlichen Kreisläufe der Welt eingreift? Das Wetter folgt physikalischen Gesetzen, die ausbalanciert sind und die wir ins Ungleichgewicht gebracht haben. Gott kann nur durch uns wirken. Wir können nicht die Verantwortung für das Wetter an Gott delegieren und dann jammern, dass er nichts tut. Wir können unser Verhalten und unsere Einstellungen ändern: Naturschutz, Förderung erneuerbarer Energien, persönlichen Umweltschutz praktizieren. Und Parteien wählen, die den Klimawandel nicht leugnen, sondern bekämpfen. Wir sollten um Einsicht und Veränderungsbereitschaft für uns, besonders für die politischen Verantwortlichen, bitten. Dann kann Gott etwas bewirken. Nachdenken und das Gebet für unsere Umkehr zum Schutz der Umwelt im Großen und Kleinen wären wahrscheinlich erfolgversprechender, als Gott anzuschaffen, was wir tun müssen.
Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Leonding
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