BRIEF_KASTEN
Zu „Mut zum Nein-Sagen“ in Ausgabe Nr. 30:
Fehlende Verteilungsgerechtigkeit ist ein sehr umfassendes Problem in vielen Bereichen der Gesellschaft, des Staates, aber auch weltweit gesehen. Da gäbe es vieles zu korrigieren […]. Aber besonders möchte ich zu der vielfachen Überbelastung von Frauen auch einen Satz aus dem Artikel „Die unterschätzte Arbeit der Frauen“ (in Nr. 30) anfügen, bei dem besonders der zweite Gedanke m. E. viele Probleme der heutigen Zeit beschreibt: „Auf der einen Seite wäre es wichtig, dass Frauen Geld fordern für ihre Arbeit, auf der anderen Seite sollten sie sich nicht der kapitalistischen Lebensweise hingeben, in der Geld zerstörend und ausbeutend wirken würde – so der Tenor des Arbeitskreises.“ Wie sehr unterwerfen wir unsere Entscheidungen und Zielsetzungen jenen Konventionen und vermeintlichen Zwängen, die nicht lebensfreundlich sind? Jesus gibt die Orientierung: Sucht zuerst das Reich Gottes …
Gerhard Aichhorn, per E-mail
Es ist gut und richtig, wenn im Artikel darauf hingewiesen wird, die eigenen Grenzen zu erkennen und sich auch Neinsagen zu trauen. Beim Lesen des Artikels „Mut zum Nein-Sagen“ verknüpfen sich meine Gedanken mit dem Ehrenamt in den Pfarrgemeinden.
Im März 2027 gibt es die nächste Pfarrgemeinderatswahl. Aus Gesprächen (vor allem mit Frauen) ergibt sich ein zurückhaltendes Bild.
Durch die Erhöhung des Pensionsantrittsalters bei Frauen können sich zunehmend weniger Frauen vorstellen, nach der Pensionierung ein Ehrenamt zu übernehmen. Dabei geht es nicht darum, für ein Fest einen Kuchen zu backen, sondern mit Engagement und Verantwortung z. B. im Seelsorgeteam die Pfarrgemeinde durchs Kirchenjahr zu führen.
Jüngere Frauen sagen: Familie und Beruf zu vereinbaren, das ist genug Aufgabe für mich. Dazu kommt, dass sich immer mehr Menschen „kirchenfern“ fühlen und sich eine Mitarbeit gar nicht vorstellen können bzw. zutrauen.
Es wird spannend: Wie viele Frauen und Männer werden bei der kommenden Pfarrgemeinderatswahl: Mut zum Ja-Sagen haben?
Margarete Staudinger, Seelsorgeteamsprecherin Pfarrgemeinde Oberhofen am Irrsee
Zu „OÖ Erntebilanz im Klimawandel“ und Leserbrief „Hilferuf“ in Ausgabe Nr. 31:
Mein Dank gilt der Familie Rammer, die so anschaulich geschildert hat, was das anhaltend „schöne“ Sommerwetter für viele Bauern in OÖ bedeutet. Die Dürre ist aber nicht nur für die Erzeuger heimischer Lebensmittel ein Problem. Kaum jemand in Österreich bemerkt, dass die Lebensmittelsouveränität unseres Landes bedroht ist. Oder anders gesagt: Wir werden immer abhängiger von Lebensmittelimporten aus Ländern, die uns dann ihrerseits unter Druck setzen können. Wirtschaft und Sozialstaat werden langsam, aber sicher ausgehöhlt. Wie groß war doch das Entsetzen, als 2024 weite Teile von NÖ unter Wasser standen und die Westbahn wochenlang umgeleitet werden musste. Dürre hat durchaus vergleichbare katastrophale Auswirkungen. Sie werden leider gerne ignoriert, weil sie für die meisten Menschen (noch) nicht so sicht- und spürbar sind. Hochwasser ist wie eine Akutverletzung, Dürre hingegen schleicht sich wie ein bösartiger Tumor in unser aller Leben. Ein angepasster, gesunder Lebensstil würde uns allen guttun!
Ulrike Stadler, per E-Mail
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