Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin und leitet das Referat für Spiritualität im Pastoralamt der Erzdiözese Wien .
Kefermarkt ist durch seinen gotischen Schnitzaltar weltberühmt. Dass der Altar aber eine solch beeindruckende Wirkung auf die Besucher:innen entfalten kann, hängt am gesamten Kirchenraum. Dieser schafft das Umfeld, in dem der Altar zum strahlenden Mittelpunkt des Gotteshauses werden kann. Am 30. Oktober 1476, am Vortag des Kirchenpatrons Wolfgang, fand die Weihe der Kirche durch Weihbischof Albert Schönhofer aus der zuständigen Bischofsstadt Passau statt. Er konsekrierte fünf Altäre, von denen aber heute nur mehr der Hochaltar mit dem heiligen Wolfgang als markante Figur in der Mitte des Altarschreins erhalten ist.
Aus Stiftungsurkunden geht hervor, dass Kefermarkt gegen Ende des 15. Jahrhunderts bereits ein stark besuchter Wallfahrtsort war. Bis heute ist das Gotteshaus viel besucht. Anlass ist der einzigartige Altar. Seine Schönheit bringt in den Betrachter:innen etwas zum Schwingen. Das zeigt das Gästebuch, das seit 2011 aufliegt und dem die Menschen ihre Gedanken anvertrauen können. Die Einträge von Gästen aus 48 Ländern füllen inzwischen sieben Bände. Ein Eintrag soll als Beispiel für unzählige dienen, die ähnlich lauten: „Ich stehe vor einem Wunder. In tiefer Ergriffenheit stehe ich davor. Ich danke für diesen Augenblick. Ganz neue und andere Dimensionen öffnen sich dem andächtigen Betrachter dieses Weltwunders – des Altars von Kefermarkt.“
Bischofsvikar Johann Hintermaier betonte beim Festgottesdienst anlässlich der Kirchweihe: „Das Wort Kirche bedeutet ‚zum Herrn‘, griechisch zum ‚kyrios‘ gehörig. Eine Kirche ist ein heiliger Raum, weil dort in besonderer Weise Menschen mit Gott, dem Kyrios, und untereinander in Verbindung kommen und sich von ihm stärken lassen können.

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin und leitet das Referat für Spiritualität im Pastoralamt der Erzdiözese Wien .
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