BRIEF_KASTEN
In Mecklenburg-Vorpommern siegt die AfD, in Berlin die Linke. Der Trend ist auch anderswo zu sehen: Wählerinnen und Wähler gehen an die Ränder, die Mitte hat Probleme. Einfache Erklärungen gibt es nicht, aber doch grundlegende Hinweise:
Gar nicht wenige Menschen sind durch die sich seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001 aneinanderreihenden Krisen verunsichert. Um nur einige zu nennen: Finanzkrise, Klimakrise, Migrationskrise, Coronakrise, Wirtschaftskrise, Ukraine- und Nahostkrieg sowie eine krisenhafte Verschärfung der internationalen Spannungen.
Seit 25 Jahren wird von den Menschen Anpassung an diese Situationen gefordert. Populisten tun sich da leicht zu sagen: Es ist nicht so schlimm, ihr müsst euch und euer Leben nicht ändern. Sie versprechen im Grunde ein Zurück in das Lebensgefühl der relativ sorglosen 1990er-Jahre. Das klingt verführerisch, ist aber unmöglich.
Da die Vergangenheit nun einmal vergangen ist, bräuchte es glaubwürdige Zukunftsvisionen. Wie wollen wir (und unsere Kinder und Enkel) in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren leben? Politik heißt ja allen Widrigkeiten zum Trotz: Gestalten der Zukunft.
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