BRIEF_KASTEN
Integrations- und Kultusministerin Claudia Bauer möchte mehr staatliche Kontrolle des konfessionellen Religionsunterrichts ("Religionsunterricht: Krautwaschl betont Zusammenarbeit mit Staat"). Hauptsächlich gemeint ist der islamische Unterricht. Aber aufgrund der gebotenen Gleichbehandlung würden Änderungen alle Konfessionen betreffen, die an öffentlichen Schulen Religionsunterricht anbieten.
Das Thema ist heikel und verdient einen vorsichtigen Umgang. Denn es betrifft einen Kernbereich des Staat-Kirche-Verhältnisses. Richtig ist, dass der Staat keinen Religionsunterricht will, der nicht Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, Gleichberechtigung usw. hochhält. Zu diesen Institutionen und Werten gehört aber auch die Religionsfreiheit. Sie erfordert, dass der Staat keine überschießenden Eingriffe in den religiösen Bereich vornimmt. Es kommt also sehr darauf an, was genau damit gemeint ist, wenn man mehr staatliche Kontrolle über den Religionsunterricht fordert.
Überlegenswert wäre daher, ob es nicht auch „eine Nummer kleiner“ geht: Mehr Kontrolle zu fordern, zeugt nämlich von wenig Vertrauen. Der erste Weg, das Vertrauen zu stärken, wäre daher, an der gegenseitigen Transparenz und Kooperation zu arbeiten.
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