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Schöpfung unter Druck

KIRCHE_ÖSTERREICH

Die am 1. September beginnende Schöpfungszeit ist ein dringender Weckruf der Kirchen für tiefgreifende sozial-ökologische Umkehr, tätige Solidarität und politische Konsequenzen.

Ausgabe: 35/2026
25.08.2026
- Andrea Mayer-Edoloeyi
Die Erntedankfeste werden heuer unter dem Eindruck eines immer stärker spürbaren Klimawandels gefeiert.
Die Erntedankfeste werden heuer unter dem Eindruck eines immer stärker spürbaren Klimawandels gefeiert.
© © Diözese Linz / Frauenkommission / Laurenz Kaiser

Traditionell ist der Herbst die Zeit des Erntedankes und der Dankbarkeit für die Gaben der Natur. Die Schöpfungszeit, die jedes Jahr vom 1. September bis zum 4. Oktober stattfindet, ist in vielen Pfarrgemeinden eng mit diesen Erntedankfesten verknüpft.

 

Heuer steht diese Zeit unter besorgniserregenden Vorzeichen: Ein extrem heißer und trockener Sommer hat schwere Schäden in der Landwirtschaft hinterlassen.

 

Kritik an Sparzwängen


Dass sich die Bundesregierung am 21. August nach wochenlangen zähen Verhandlungen überraschend auf ein neues Klimaschutzgesetz und das 240-Millionen-Euro-Dürrehilfspaket einigen konnte, gilt als Meilenstein. Dennoch bleibt die fundamentale Kritik der Umweltbeauftragten der christlichen Kirchen an den Prioritäten der Budgetpolitik aufrecht.

 

Markus Gerhartinger, Sprecher der katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten, warnt angesichts der allgemeinen Sparzwänge weiterhin eindringlich: „Jetzt bei den Klimaschutzausgaben einzusparen ist kurzsichtig und wird uns langfristig viel teurer kommen.“

 

Auch die Tatsache, dass klimaschädliche Subventionen im Ausmaß von jährlich 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro trotz Regierungsankündigungen unangetastet bleiben, sorgt in den Kirchen weiterhin für Unmut.

 

Für Umweltbischof Hermann Glettler ist der Schutz der Schöpfung jedoch kein reines „Verzichtsthema“, sondern „eine Frage von mehr Lebensqualität – ein menschliches und geistvoll inspiriertes Engagement für ein größeres Wir“.

 

„Mitweltgerechtigkeit“


Auch die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) drängt auf einen tiefgreifenden Wandel. KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder betont, dass die aktuelle Trockenheit die Klimakrise als „Realität im Hier und Jetzt“ entlarve.

 

„Schöpfungsverantwortung und Mitweltgerechtigkeit heißen, konsequent am Klimaschutz dranzubleiben und radikale Maßnahmen umzusetzen“, betont Kaineder.

 

Um den betroffenen Betrieben langfristig zu helfen, fordert die KAÖ eine grundlegende ökologische Umkehr hin zu einer sozial-ökologischen Politik und Wirtschaftsordnung.

 

Schöpfungsverantwortung dürfe sich nicht nur im persönlichen Lebensstil, sondern müsse sich auf politischer, gesellschaftlicher und kirchlicher Ebene konkret zeigen, denn: „Die Natur schreit danach“, sagt Kaineder.

 

Umwelt und Krieg


Die weltweite und friedenspolitische Dimension des Themas Schöpfungsgerechtigkeit unterstreicht Papst Leo XIV. in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September. Er warnt vor einem fatalen Teufelskreis, bei dem Umweltzerstörung und bewaffnete Konflikte direkt Ökosysteme vernichten, die lebenswichtigen Ressourcen Luft und Wasser verschmutzen und die Lebensmittelversorgung gefährden. Diese ökologischen Schäden verschärfen wiederum Armut, Ungleichheit und soziale Spannungen.

 

Krieg sei immer „ein Gegenzeugnis zum Evangelium des Friedens“. Um die Wunden der Erde zu heilen, bedürfe es mehr als politischer Reformen: „Ohne diese innere Wandlung wird Friede nur brüchig und von kurzer Dauer sein.“ 


Papst Franziskus (2013–2025) hatte den katholischen Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung im Jahr 2015 eingeführt. Das biblische Motto lautet in diesem Jahr „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern“. 

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2. Lesung: Römerbrief 14, 7–9
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Lukas Pallitsch
Niemand lebt für sich allein
Wort zur zweiten Lesung _

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen

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