ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.
Das Reifenwerk von Semperit wurde nach einem jahrelangen Prozess des Belegschaftsabbaus schließlich aufgegeben. 2002 wurde die Reifenproduktion vom Conti-Konzern nach Tschechien verlegt; der Betrieb fand 2009 sein endgültiges Ende.
Diese Entwicklung wird im Beitrag in der Kirchenzeitung als Symptom einer tiefgreifenden Wertekrise beschrieben, gegen die sich der niederösterreichische Betriebsseelsorger Karl Immervoll mit deutlichen Worten wendet.
Betriebe werden trotz schwarzer Zahlen in Billiglohnländer verlagert, um die Rendite weiter in die Höhe zu treiben.
Der Marktschutz fiel durch den EU-Beitritt Österreichs weg. Dies führt zu einem massiven Verdrängungsschub, der die betroffenen Arbeitnehmer:innen nicht nur finanziell, sondern auch in ihrem Selbstwertgefühl hart trifft. Die Betriebsseelsorge versucht, den entlassenen oder verunsicherten Arbeitnehmer:innen beizustehen.
Betriebsseelsorger Immervoll kritisiert eine Haltung in der Wirtschaft, in der der Mensch nur noch „vorwiegend als Belastung gesehen [wird], als Kostenfaktor“, und hält dieser Logik seine zentrale Forderung entgegen: „Die menschliche Arbeit hat Vorrang vor dem Kapital.“
Immervoll sieht in der modernen Wirtschaftssprache eine bedenkliche Gesinnung: „Die Sprache verrät die Gesinnung. Von Humankapital, von einem Kapitalwert des Menschen, ist in der Arbeitswelt nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil: Der Mensch wird vorwiegend als Belastung gesehen, als Kostenfaktor.“

ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.
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