BRIEF_KASTEN
Ferragosto ist mehr als ein Feiertag: Familien und Freund:innen kommen zusammen, man sitzt lange beim Essen, entflieht der Hitze der Städte und fährt – wenn es möglich ist – ans Meer. Viele Betriebe legen ihre Betriebsferien bewusst in diese Zeit. Das ganze Land gönnt sich eine gemeinsame Pause.
In Österreich ist Mariä Himmelfahrt zwar ebenfalls ein Feiertag, als kollektive Auszeit wird er aber kaum erlebt.
Das ist eigentlich schade.
Denn gerade eine gemeinsame Entschleunigung könnte den Blick auf das Wesentliche lenken.
Das Fest Mariä Himmelfahrt erzählt ja von Vollendung. Die Aufnahme Mariens in den Himmel steht für gläubige Christ:innen für die Hoffnung, dass das Leben nicht im Vergänglichen endet, sondern auf Gottes Zukunft hin offen ist.
Vielleicht brauchen Menschen gerade heute gemeinsame Unterbrechungen.
Der Sonntag hat seit jeher diese Funktion: Er ist nicht nur ein arbeitsfreier Tag, sondern ein Raum zum Innehalten, für Gemeinschaft und dafür, die eigene Lebensweise zu hinterfragen. Eine Gesellschaft, die ständig im Takt von Leistung und Verfügbarkeit läuft, braucht Zeiten, in denen nichts produziert werden muss.
Gerade angesichts des Klimawandels ist „Weniger ist mehr“ nicht nur aktuell, sondern überlebensnotwendig.
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