BRIEF_KASTEN
Auch im Religiösen wird die bewusste Entscheidung stark betont – aus dem bloßen „man“ der Tradition haben sich viele ausgeklinkt. Dabei haben die Kirchen ihr Augenmerk in den letzten Jahrzehnten stark auf die persönliche Entscheidung, die individuelle Spiritualität gelegt.
Man übt sich darin. Man fastet zum Beispiel, weil man entdeckt hat: Es ist nicht gut für mich, wenn ich alles, was ich mir leisten könnte, auch konsumiere. Selbst nicht religiös motivierte Leute legen Disziplin an sich. Es tut einem ja nicht alles gut.
Doch zeigt sich nicht heute deutlich, dass es nicht nur eine Übung der persönlichen Lebenspraxis und Frömmigkeit braucht, sondern dass wir auch als menschliche Gemeinschaft besser werden müssen, hin zu einer Gemeinsamkeit im Wollen, zu einer Art gemeinsamer Spiritualität, zu dem also, was das kleine Wort „man“ zum Ausdruck bringen will?
Zu einem neuen und zeitgemäßen „man“ müsste man zusammenfinden, zu einer Gemeinsamkeit im Wollen, einem Streben nach Zielen, zu gemeinsam getragenen Selbstverständlichkeiten. Ein gemeinsames Verzichten wird es brauchen. Es ist eben nicht alles Mögliche gut. Könnte dies nicht die Tür öffnen für ein neues Gelingen? Aber da wäre man ja fast schon beim Himmel.
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