Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
Seit der Volksschule sind ein paar Jahre vergangen, aber Krieg, Tod, Krankheit sind auch heute allgegenwärtig. Kann uns noch etwas retten, oder stehen wir bereits in der „Endzeitschlacht“?
„Apokalypse“ heißt schlicht „Offenbarung“, etwas wird sichtbar. Was Gut und Böse ist, unterscheidet sich. In der Bibel finden sich neben der Offenbarung des Johannes zahlreiche Spuren des apokalyptischen Denkens, z. B. im Buch Daniel, den Evangelien, bei Paulus.
Die frühen Juden und Christen lebten unter großer Bedrängnis. Inmitten der Gewalt ihrer Zeit suchten sie nach den Spuren Gottes und hofften auf das Eingreifen des Himmels wider die irdischen Machthaber. Die biblischen Texte beschwören nicht das Unheil, die Katastrophe, sondern Gerechtigkeit.
Apokalyptische Theologie ist prophetische Theologie. Es sind Hoffnungstexte von und für Leidende, Bedrängte, Verzweifelte. Gebt nicht auf! Eine neue Welt ist bereits im Werden, sie wird bereits geboren. Noch quält der Drache die Gebärende, aber das Böse wird nicht siegen. Steht auf, haltet zusammen, wirkt alle mit am Aufbau der neuen Welt!
Heute aktive neurechte „Apokalyptiker“ aber missbrauchen die Apokalypse, um Angst und Schrecken zu verbreiten und ihre angestrebte Weltherrschaft abzusichern. „Nur einer kann den Antichristen aufhalten – ICH!“ Nicht das Leben für alle ist ihr Ziel, sondern eigene Macht.
Die Bedrohung des Lebens auf dieser Erde durch die menschenverursachte Klimakatastrophe und die menschengeführten Kriege werden ignoriert, schöngeredet und beschleunigt. Ja, wir stehen tatsächlich inmitten einer Katastrophe. Aber sie ist nicht göttlich gesandt, sondern von Menschen verursacht.
Was bleibt, wenn die Lügenbarone dieser Welt auch noch die Apokalypse für ihr Zerstörungswerk nutzen? Hoffnung – und vertrauensvolles Handeln, dass das Böse nicht das letzte Wort haben wird. Hoffnung ist Widerstand.

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
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