BRIEF_KASTEN
Alles wird angegriffen: militärische Ziele, Nachschublinien, auch Kulturgüter. Man will dem Feind weh tun, ihn demütigen. Und immer öfter hört man: Zivile Ziele werden ins Visier genommen, immer mehr „zivile“ Opfer sind zu beklagen: Kinder und Lehrkräfte, Kranke und Pflegepersonal, Menschen im Supermarkt oder des Nachts in den Betten.
„Zivile Opfer“ werden als besonders unmenschlich empfunden – als ob es verständlicher wäre, Menschen an den Fronten oder in militärischen Einrichtungen „opfern“ zu dürfen. Der Krieg, eine nahezu legitime Sache, solange er nur unter Kriegern geführt wird? – Als ob die Männer und Frauen, die ihr Land verteidigen, oder die von den Kriegstreibern in den Angriff geschickt werden, weniger Schutz verdienten? Ihr Leben, bloß Munition? Ihre Angst, ihr Zittern – bloß Schwäche und nicht der Beachtung wert?
Vor 137 Jahren hat Bertha von Suttner mit dem Roman „Die Waffen nieder!“ ihren Aufschrei gegen das große Töten der Kriege und für das Recht auf Frieden gesetzt. Viel investieren heute die Staaten, sich noch effizienter für den Kriegsfall zu rüsten. Dabei müssten sie Kräfte und Mittel der Welt konzentrieren, um für den Frieden zu mobilisieren. Das Leben eines Soldaten oder einer Soldatin ist nicht weniger schützenswert als das einer Zivilperson. Jeder getötete Mensch – eine Niederlage.
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