Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
Im Neuen Testament taucht der Begriff nur im 2. Thessalonicherbrief 2,1–8 auf, als „Aufhalter“ bzw. „Aufhaltendes“. Dieses hält den Antichristen zurück, bis am Ende Christus wiederkehrt.
Im Kontext der ersten Christengemeinde war mit dem „Katechon“ auch das Römische Reich gemeint, das zumindest eine gewisse Rechtsordnung bot. Doch das Römische Reich ist nicht das Reich des Friedens, das Christus verheißt.
Das „Katechon“, das das Böse für eine Zeit zurückhält, ist nur eine Notlösung und mahnt Christ:innen, dass jede irdische Ordnung vorläufig ist und immer wieder in Gewalt umschlägt.
Heute nutzen Thiel, Dugin und Co. den Begriff des „Katechon“, um ihre autoritären Politikvorstellungen als „christlich“ zu legitimieren. Man sieht sich als wahre Erben des „Römischen Reichs“, als die echten Kaiser, die das Böse aufhalten. „Gott will es.“
Der russische Philosoph Alexander Dugin macht deutlich, worum es in der Ukraine gehe: „Wir Russen brauchen die Ukraine nicht, Christus braucht sie. Und darum sind wir hier“. Russland sei das Katechon gegen den Antichristen, die Ukraine das Schlachtfeld der Endzeit.
Der AfD-Politiker Maximilian Krah feiert Donald Trump als „Katechon“. Und Peter Thiel ist flexibel, wer ihm als Katechon dient. Auf keinen Fall die katholische Kirche unter Papst Franziskus – zu liberal, zu sehr am Weltfrieden orientiert.
Mit Papst Leo ist er öffentlich noch zurückhaltend. Doch soll er Leo für den Antichristen halten, der mit China gemeinsame Sache macht.
Im Angesicht dieser Abgründe bleibt man als Theologin manchmal sprachlos. Doch mit diesem Humbug werden Menschenleben vernichtet.
Halten wir es mit der Schrift: Niemand weiß die Stunde, niemand den Tag der Wiederkehr Christi. Im Raum zwischen dem Leben Jesu auf Erden und der erwarteten Wiederkehr Christi leben wir und treffen Entscheidungen.
In diesem Zwischenraum ist niemand eindeutig gut oder böse. Aber wir sind dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen, damit Friede, Freiheit und Gerechtigkeit wachsen können, in Liebe, ohne Kampf.

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
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