ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.
Der Verfasser stammt aus Österreich, seine Organisation wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands der christlich-fundamentalistischen Szene mit rechtsextremer Vernetzung zugeordnet. In einem Podcast wirbt dieser Autor, dass man sich gezielt an junge Männer richte und Kinderbücher ein neuer Weg seien. „Dein Kind wird Kreuzritter!“, verlautbart er auf X (ehemals Twitter). Aber auch König Balduin IV. von Jerusalem scheint als neues altes Vorbild beliebt zu sein, wie mir ein anderer Freund berichtet. Und König Ludwig IX., der Fromme und Anführer des 6. Kreuzzugs, ist als Vorbild eines katholischen Herrschers im 21. Jahrhundert beliebt unter Traditionalisten.
Wer den Online-Kanälen rund um die neuen Ritter und Kreuzzüge folgt, erkennt schnell: Hier geht es nicht um Mut, Hingabe, Freundschaft, Glaube – also Tugenden, die man aus christlicher Perspektive teilen kann und soll. Nein, die in dieser „Kinderliteratur“ propagierten Haltungen sind völkischer Nationalismus, Gewalt gegen Andersgläubige, Bereitschaft zum „Heldentod“ gegen den „Feind“ – gegen jeden, der irgendwie anders ist. Die komplizierte Geschichte der Kreuzzüge wird umgedeutet. Kein Wort davon, dass bereits auf dem Weg nach Jerusalem 1096 Juden in Speyer, Worms, Mainz niedergemetzelt wurden. Die Eroberung Jerusalems 1099 war ein grausames Massaker. Das „Vorbild“ Gottfried von Bouillon ist am Sturm federführend beteiligt. Beim vierten Kreuzzug 1202–1204 plündern die Kreuzfahrer das christliche Konstantinopel. Reliquien wie die Dornenkrone Jesu werden geraubt. Ludwig IX. ist neben seiner Frömmigkeit für den Kampf gegen die „Feinde des Glaubens“ bekannt, besonders das Judentum lässt er bekämpfen. Die Zerstörung Konstantinopels durch die eigenen christlichen Brüder ist bis heute ein Trauma in den katholisch-orthodoxen Beziehungen.
In Kinderbüchern mit bunten Bildern für den „echten Ritter“ zu werben, der andere im Namen Christi bekämpft und niedermetzelt – daran ist nichts christlich, nichts menschlich. Wie wäre es mit dem Berufsziel Zimmerer oder Tischler? Es soll da ein gutes Vorbild in Nazareth geben.

ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>