BRIEF_KASTEN
Dass man als führender Politiker privat nicht eine Entscheidung treffen kann, welche die Gesetze des Landes umgeht und einer Grundhaltung der eigenen Partei widerspricht, ist klar. Überraschend war vielmehr, dass Spahn das nicht gesehen hat. Der „Spagat“ sei größer geworden, als er es erwartet hatte, sagte er. Doch Tatsache ist: Der „Spagat“ war von Anfang an groß.
Solche Fälle, in denen Politiker:innen das notwendige politische Gespür fehlt, schaden letztlich dem Vertrauen in die repräsentative Demokratie. Zudem sind sie aufgelegte Elfmeter für Populisten jeglicher Couleur. Denn diese Fälle unterstützen die populistische Erzählung von „denen da oben“, die „es sich richten“. Das schadet auch Politikern, die integer sind.
Ein Mittel gegen fehlendes Gespür ist mehr Kontakt mit der Bevölkerung. Das ist ab einer gewissen Ebene tatsächlich schwierig, weil es zeitintensiv ist. Dennoch macht es einen qualitativen Unterschied, ob man nur Umfragen über Menschen liest oder sich mit ihnen auch trifft.
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