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Andrea Hofbauer hatte bereits zwei Bandscheibenvorfälle und hat im linken Fuß kaum noch Gefühl. Dennoch oder gerade deswegen stellt sie sich immer wieder neuen sportlichen Herausforderungen: Kein Wunder also, dass sie sagt: „Sport ist für mich stark mit einem Freiheitsgefühl verbunden.“ Die 51-jährige Linzerin erklimmt die höchsten Berge der Alpen, absolviert Bergmarathons und erkundet den Kontinent auf ausgedehnten Radtouren über mehrere Wochen.
Die Mitarbeiterin der Diözese Linz hat zwei Töchter und zwei Söhne großgezogen, die mittlerweile alle erwachsen sind. Die Energie, die früher ihren Kindern galt, kann sie heute ganz für sich nutzen. Darin sieht sie auch einen Grund dafür, dass sie ihre beeindruckenden und kräftezehrenden Touren bewältigt. Ihre Leidenschaft für den Sport möchte sie nun nutzen, um sie mit einer konkreten Hilfsaktion zu verbinden. „Da ich unsere Reisen seit Jahren in den sozialen Medien dokumentiere und regelmäßig darüber berichte, möchte ich diese Aufmerksamkeit für eine gute Sache einsetzen“, erzählt Andrea Hofbauer. Den Anstoß für die Idee gab ihre langjährige Freundin Marion May, die das Projekt nun gemeinsam mit ihr umsetzt.
Im Juli 2026 brechen die beiden zu einer anspruchsvollen Tour durch die spektakulären Landschaften Kirgistans auf. Komplettiert wird das Team durch Rudi Karner, den die beiden Frauen zufällig auf einer Radreise durch Norwegen kennengelernt haben. Gemeinsam haben sie sich einer besonderen Mission verschrieben, die unter dem Titel „Move4Hope-Charity“ steht. „Rudi und Marion sind zwei Monate unterwegs, ich bin einen Monat dabei, weil ich mir nicht länger Urlaub nehmen konnte“, erzählt Andrea Hofbauer.
Mit der zweimonatigen Reise, die am 5. Juli startet und über 3.500 Kilometer durch das zentralasiatische Land führt, möchte das Trio Spenden für den 15-jährigen Alexander Straßmayr aus Piberbach sammeln. Aufgrund schwerer gesundheitlicher Komplikationen infolge seiner Frühgeburt ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Ein speziell umgebautes Fahrzeug würde dem HTL-Schüler jedoch die Möglichkeit eröffnen, sich schon bald den Traum vom Führerschein zu verwirklichen. Damit könnte er künftig deutlich selbstständiger am Alltag teilnehmen und neue Perspektiven für Schule, Ausbildung und Beruf gewinnen. Die Kosten für den erforderlichen Umbau belaufen sich auf rund 20.000 Euro – eine Summe, die seine alleinerziehende Mutter nicht allein aufbringen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass es für diese notwendige Maßnahme kaum öffentlichen Förderungen gibt.
Der Kontakt der Sportler:innen zu Alexander entstand über persönliche Verbindungen im medizinischen Umfeld. Die Motivation für die Hilfe ist jedenfalls auch persönlich geprägt: „Marion erlebt als Osteopathin täglich, wie wichtig Mobilität und Selbstständigkeit für die Lebensqualität sind. Ich selbst kenne durch meine Bandscheibenproblematik und zeitweise Lähmungserscheinungen die Bedeutung körperlicher Gesundheit“, erklärt Andrea Hofbauer.
Gleichzeitig wird die Reise über tausende Kilometer und anspruchsvolle Gebirgspässe auch ein großes Abenteuer. Geschlafen wird in Zelten, der Alltag spielt sich über Wochen hinweg auf dem Fahrrad und in der Natur ab.
Andrea Hofbauer blickt der Herausforderung bereits mit Vorfreude entgegen. „Von meinen bisherigen Touren weiß ich, wie intensiv man sich unterwegs über die kleinen Dinge freuen kann und wie groß die Hilfsbereitschaft der Menschen entlang des Weges ist“, sagt sie. Mit jedem gefahrenen Kilometer soll die Charity-Challenge nicht nur die beeindruckenden Landschaften Kirgistans sichtbar machen, sondern vor allem ein Zeichen der Solidarität setzen. Die drei Radsportler:innen hoffen, dass sie möglichst viele Menschen mit ihrem beeindruckenden Einsatz zum Mithelfen motivieren können. Die Spenden gehen zu 100 Prozent direkt an Alexander und werden ausschließlich für den Fahrzeugumbau sowie die dafür notwendigen Anpassungen verwendet.
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