BRIEF_KASTEN
Meinen Arbeitsweg bestreite ich immer mit dem Zug. Ich nutze dabei überwiegend die Verbindungen der ÖBB. Was mir auffällt, ist, dass das Innere der Waggons in der Früh immer blitz- bis halbwegs sauber ist, am Abend beim Heimfahren zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Brösel auf der Sitzfläche, liegengelassene Zeitungen oder Jausensackerl (teils mit halb aufgegessenem Inhalt), leere Plastikflaschen im Gepäcknetz, Kaugummi in den Ritzen der Lüftung oder sonst wo an den Sitzen, Kaffeeflecken.
Man kann den ÖBB einiges vorwerfen, für die Rücksichtslosigkeit und Schlampigkeit ihrer Fahrgäste können sie jedoch nichts.
Ein Blick nach Japan zeigt, es geht auch anders: Eine Nachbarin, die vor kurzem dort war, schwärmt von der Sauberkeit (und der überragenden Pünktlichkeit!) der Züge, von der man hierzulande nur träumen kann.
Müll entsteht nicht, sondern wird von den Fahrgästen wieder mitgenommen (es gibt anscheinend auch keine Mistkübel). Ruheabteile würden als solche respektiert, generell seien die Mitfahrgäste sehr höflich und rücksichtsvoll, steigen geordnet ein und aus.
Das Beschriebene klingt wie ein Traum, wird aber von einem Freund bestätigt, der aus Japan stammt. Vielleicht können wir uns in Österreich und Europa eine Scheibe davon abschneiden.
Aber bitte nicht auf dem Sitz liegen lassen!
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