BRIEF_KASTEN
Statt einer toten Sprache soll verstärkt Wissen für die heutige Zeit gelehrt werden: künstliche Intelligenz, Medienkunde und Demokratie. Gegen diese Themen wird man nichts einwenden können, sie sind allesamt für die Gesellschaft notwendig.
Es bleibt aber zumindest die Frage, ob etwa die römische Redekunst oder das römische Recht nicht ganz passable Beiträge zu einer demokratischen Bildung leisten könnten. Oder ob die Sackgassen, in die sich das Römische Reich zum Beispiel durch die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Sklaverei manövriert hat, nicht spannenden Diskussionsstoff für heute bieten würden?
Von Wasserleitungen, Brücken, Straßennetz bis hin zum Beton – in so vielen technischen Bereichen gingen uns die Römer voran.
Ich muss es zugeben: Ich bin nicht objektiv, wenn ich über die Kürzung von Lateinstunden schreibe. Latein gehörte zu meinen Lieblingsfächern. In unseren Lateinstunden hatte so vieles Platz: neben Cäsar auch Philosophie, die Rhetorik Ciceros ebenso wie die Liebesgedichte von Catull und Tibull.
Trotz aller Beschneidung des Lateinunterrichts bleibe ich optimistisch. Denn Latein kann man nie aus der Gesellschaft eliminieren: Es bleibt uns immer noch als Jägerlatein und Anglerlatein erhalten.
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