BRIEF_KASTEN
Zuerst sind die Bagger gekommen für den Aushub von Keller und Grundfesten. So fängt man an. Wer hätte jemals gesehen, dass jemand ein Haus gebaut und dabei oben angefangen hätte – beim Dach?
Bemerkenswert ist die Sache, weil wir Menschen oft dazu neigen, die Dinge umgekehrt anzugehen. Wir sähen unsere Wünsche gerne gleich fertig, also von oben her, verwirklicht. Wenn das nicht gleich gelingt, verwerfen wir sie. Die mühsame Bodenarbeit möchten wir uns ersparen. Doch es sind nur Luftschlösser, die so entstehen. Bewohnen kann man sie nicht.
Wenn es etwas werden soll, fängt man also am Boden an. Eine Liebe zum Beispiel. Sie beginnt nicht mit jahrelang erwiesener Zuneigung. Vom Boden her will sie „gebaut“ sein, mit viel Vertrauensvorschuss.
Und in der Firma oder in der Politik fängt kaum jemand gleich auf seinem Wunschposten an. Schritt für Schritt kommt man – vielleicht – an das Ziel. Der Wunsch nach einer gesunden Umwelt oder einer funktionierenden Wirtschaft erfüllt sich nicht schon damit, dass alle dafür sind. Schaffen muss man sie. Auch in den Frieden der Welt wird man nicht einziehen können wie in ein Fertigteilhaus.
Schon in den ersten Sätzen der Bibel ist es angedeutet: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen.“ Also: am Boden bleiben und die Grundfesten legen. Das Basisvertrauen, ohne das kein Zusammenleben gedeiht.
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